Sitzinseln als Hingucker

Sitzinseln aus Beton zum Wohlfühlen

Im freiburgischen Marly zeigen Sitzelemente mit organischen Formen, welch ausgefallene Gestaltung dank moderner Betontechnologie möglich wird. Die Sitzinseln der Silidur AG sind eine Auflockerung und Bereicherung für die neue Wohn- und Geschäftsüberbauung und schaffen einen Treffpunkt für Büroangestellte sowie Bewohnerinnen und Bewohner.

Aussenraum, schön anzuschaun. Die neuen Gestaltungselemente aus Beton der Wohn- und Geschäftsüberbauung im freiburgischen Marly sind ein Hingucker und werden rege genutzt. Es sind Sitzelemente zum Wohlfühlen. Da die Formen weich und fast schon ein wenig verspielt sind, tragen sie zu einer lockeren Atmosphäre bei. Die Betonelemente erinnern an grosse, vom Wasser glattgeschliffene Steine, wie man sie entlang eines Flusses antrifft. Und sie wecken Assoziationen an modernes Design, das mit Rundungen spielt.

Clever gelöst: formschöne Sitzgelegenheit deckt den Lüftungsschacht ab.

Mulifunktionale Elemente

Tatsächlich nehmen die vorfabrizierten Sitzinseln der Wohn- und Geschäftsüberbauung verschiedene Funktionen wahr. Erstens setzen sie einen optischen Akzent. Zweitens dienen sie dazu, die Lüftungsschächte, auf denen sie angebracht sind, zu verdecken. Wohl am wichtigsten ist, dass sie drittens den Platz vor dem Gebäude zum Begegnungsort machen, wo sich Bewohnerinnen und Bewohner treffen und Berufstätige ihre Pausen verbringen.

Sitzinseln aus Beton laden mit ungewohnt runden Formen zum Verweilen ein.

Alles im Fluss

Die Sitzinseln aus vorfabriziertem Beton der Silidur AG passen sich der Architektur des Gebäudes an und verleihen dem Aussenraum mit ihren fliessenden Formen einen speziellen Touch. Besonders schön ist der optische Bezug zur freiburgischen Hügellandschaft und der Blick auf den nahen Fluss.

Flexible Formbarkeit

Betonvielfalt aus dem Emmental

Beton ist solide, beständig, wasserdicht und sauber. Die Wasserinfrastruktur kommt ohne Betonelemente nicht aus – auch weil Beton so flexibel ist. Die Formenvielfalt, die im unterirdischen Wasserlabyrinth gefordert ist, verlangt nach einer besonderen Produktionstechnik. Und diese ist auch für die Umgebungsgestaltung oberhalb der Erdoberfläche spannend.

Fürs Trinkwasser brauchen wir Quellfassungen, Brunnenstuben und Reservoire, für die Kanalisation Rohrsysteme, Kontroll- und Einlaufschächte, Schieberschächte und Pumpschächte. Beton ist bei Wasserinfrastrukturbauten das Mass aller Dinge. Die meist genormten Produkte werden mit einer speziellen Schalungstechnik vorfabriziert.

In flexible Hohlformen wird selbstverdichtender SVB-Beton gegossen. Dies ermöglicht eine rasche und unkomplizierte Produktion von fast jeder Form und Abmessung. Die Schalung wird einfach dem gewünschten Bauelement angepasst.

Beton lässt sich zeigen: Dank sorgfältiger Schalungsanfertigung können Betonelemente die Umgebung aufwerten.

Funktion bestimmt die Form

Zieht man nun auch die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten bei Betonoberflächen in Betracht, wird schnell klar, die für den Tiefbau konzipierte Schalungstechnik ist auch für Elemente über der Erde hoch interessant und kurbelt die Kreativität der Betonwerkerinnen und -werker an. So auch bei der Wyss AG Betonschächte in Schüpbach BE. Wie viele Unternehmen, die vorfabrizierte Betonelemente herstellen, ist das inhabergeführte Familienunternehmen spezialisiert auf den Tiefbau. Doch der Beton lässt sich auch über der Erde zeigen, ist man sich bei der Emmentaler Firma einig und bringt darum immer wieder Elemente aus Sichtbeton für die Umgebungsgestaltung auf den Markt.

Betonschächte sind das Hauptstandbein der Firma Wyss AG Betonschächte. Hier ein 13 Meter hoher Spezialschacht, der in Schwamendingen ZH versetzt wurde.

Mit Herz hergestellt

Sitzelemente, Pflanzeninseln, Geländer und Tunnel sind einige der Spezialprodukte der Wyss AG Betonschächte. An der ÖGA, der Gartenbaumesse in Koppigen BE, hat die Firma ihr neustes Stück aus dieser Reihe präsentiert – einen Herzbrunnen. Der Brunnen ist eine Individuallösung für Bauherren, die sich etwas Besonderes für den Vorgarten leisten möchten. In schalungsglatter Optik oder sandgestrahlt, mit individuellen und formschönen Brunneinläufen, mit eingebauter Lichtquelle oder durch Einbau einer Wasserpumpe als Springbrunnen. Den Ideen in Beton sind kaum Grenzen gesetzt.

Ein optischer Hingucker für den Vorgarten. Der Herzbrunnen der Firma Wyss AG Betonschächte.

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Website

Wie vielfältig einsatzbar Rohrsysteme aus Beton in der Abwasserentsorgung sind, erfahren Sie hier: www.aqua-eco.ch.

Wohnüberbauung am Puls der Zeit

Betonfassade mit Wow-Effekt

Zürich Altstetten gehört zu den urbansten Umgebungen der Schweiz. Hier entstand an der Buckhausertrasse eine Überbauung mit 101 Wohnungen am Puls der Zeit mit angesagten Baustoffen. Im Aussenbereich wurden hunderte vorfabrizierte Betonelemente mit Matrizenstruktur und verschiedenen Oberflächen eingesetzt. Die Fassade setzt einen modernen Akzent.

650 Rahmen-, Stützen-, Eck-, Brüstungs-, Dachrand-, Unterdach- und Sockelelemente aus vorgefertigtem Beton bestellten die Architekten Hotz und Partner für die Fassade der grossen Wohnüberbauung «Atrio». Die Betonelemente stammen von der saw spannbetonwerk ag im St.Galler Rheintal, einem Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich. Für den saw-Projektleiter Daniel Buob bedeutete der Auftrag für die Liegenschaft an der Buckhausstrasse eine spannende Herausforderung. «Die grossflächige Fassade in Altstetten war für uns eine anspruchsvolle Arbeit, so wie wir es mögen. So können wir zeigen, was mit vorgefertigten Betonelementen alles möglich ist.» Die Fassade der Wohnüberbauung umfasst verschiedenste Elemente. Zum Beispiel detailgenaue Matrizen, die mit der Optik eines Rechens skulpturalen Charakter zeigen. Für Vielfalt sorgt auch die unterschiedliche Bearbeitung der Betonoberflächen. «Hinzu kommen diverse Ebenen. Planerisch und im Schalungsbau war dies eine komplexe Aufgabe, die uns forderte und anspornte», sagt Daniel Buob.

Betonelemente mit Matrizenstruktur geben dieser Überbauung in Zürich-Altstetten Charakter.

«Gestapelte Reihenhaussiedlung»

Die fertige Betonfassade mit ihren vielfältigen Elementen ist ein Hingucker und setzt im urbanen Umfeld von Zürich Altstetten einen Akzent. Während die Aussenfassade ganz in Grau gehalten ist, überrascht der Bau innen mit einer frischen Kombination aus roten Holzelementen und Sichtbeton. Es soll wohnlich wirken. Wunsch der Architekten ist es, dass sich die Nachbarn auf dem Weg in die Wohnung begegnen oder im gemeinsamen Hof zum Austausch treffen. Gemäss den Architekten von Hotz und Partner ist diese Wohnform mit 101 Wohnungen verteilt auf sieben Stockwerken mit einer Reihenhaussiedlung vergleichbar, einfach gestapelt.

Diese Betonfassade ist gut in Form und trendy: 101 Wohnungen am Puls der Zeit.
Begegnungsort für Generationen

Alles fliesst

Die Basler Chrischona-Diakonissen haben neben ihrem Mutterhaus eine neue Wohnsiedlung mit Mehrgenerationenpark gebaut. Der Begegnungsort auf dem Basler Hausberg wird stark vom Element Wasser mitgeprägt, das dank vorfabrizierten Betonelementen in Szene gesetzt wird.

Eine Idee war gefragt. Die Schwestern von St.Chrischona konnten das Diakonissen Mutterhaus langfristig nicht mehr wie bisher aufrechterhalten. Wie in anderen Klöstern und Ordensgemeinschaften kamen die Schwestern in ein Alter, in dem sie Unterstützung und ein Umfeld brauchten. So entstand die Idee, neben dem bestehenden Gebäuden einen Mehrgenerationenwohnpark zu bauen. In dieser Wohnsiedlung sollte es Mietwohnungen für Familien und Menschen geben, die den christlichen Glauben mit- und weitertragen würden. Um das Zusammenleben zu fördern, sah das städtebauliche Konzept der Architekten eine Mitte vor, wo man sich trifft und austauschen kann.

«Wir erhielten den Auftrag, dieses Konzept für die Umgebung in einem Bauprojekt auszugestalten», sagt Projektleiter Beat Breitenfeld, Landschaftsarchitekt von Fahrni und  Breitenfeld in Basel. «Es sollte ein repräsentativer Ort sein, aber auch ein Ort, wo man zusammenkommt, sich austauscht und sich erholen kann.»

Der terrassierte Platz bildet die Mitte der neuen Wohnsiedlung der St.Chrischona-Diakonissen.

Begegnungsort mit christlichen Tönen

Ein wichtiges Element des zentrales Ortes ist eine Glocke, die jeweils vor Gebeten oder bei speziellen Anlässen läutet. Natursteinmauern terrassieren den Ort. In einigen Jahren werden die neu gepflanzten Mandelbäume einen attraktiven Hain bilden, Schatten spenden und für ein angenehmes Klima sorgen.

In dieser Terrassierung ist Wasser ein wichtiges Element. «Es war ein besonderer Wunsch der Bauherrschaft, dass das Element Wasser besonders zur Geltung kommt. Sowohl visuell, aber auch haptisch und akustisch», erzählt Beat Breitenfeld. Der Landschaftsarchitekt von Fahrni und Breitenfeld entschied sich dafür, das Wasser mittels vorfabrizierten Betonelementen in Szene zu setzen. Die speziell für dieses Projekt entworfenen Elemente für Brunnen, Kaskaden und Wasserbecken, führen zuoberst Wasser vom Brunnen und von vor Ort betonierten Schalen über die Kaskaden in den Mauern von Terrasse zu Terrasse, um schliesslich im Wasserbecken zur Ruhe zu kommen. Die Betonelemente stellte die Firma Silidur AG nach den Plänen von Fahrni und Breitenfeld in Sichtbeton grau gestrahlt her.

Damit das Wasser auch zu hören ist, wurden einzelne Pflastersteine im Wasserlauf höher gelegt. Das Wasser wird dadurch verwirbelt und das Rauschen wird verstärkt. Die verschiedenen Abschnitte des Wasserlaufes animieren dazu, das Wasser mit Händen und Füssen zu erspüren.

Der Brunnen auf der obersten Ebene steht am Anfang des Wasserspiels. Die noch jungen Mandelbäume sorgen in ein paar Jahren für Schatten.

Perfekt für Hitzesommer

Damit die neue Wohnsiedlung ins geschützte Landschaftsbild der Chrischona passt, war bei der Planung auch der eidgenössische Heimatschutz involviert. Im Mai 2022 konnten die Bauherrschaft ihren neuen Mehrgenerationenpark einweihen. Rechtzeitig vor dem heissen Sommer, in dem das Wasser von den neuen Mieterfamilien bereits rege zum Plantschen genutzt wurde.

Kaskaden führen das Wasser über die Natursteinmauern. Den Abschluss bildet ein Ruhebecken.

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St.Chrischona – der Basler Hausberg

St.Chrischona war im Mittelalter und bis zur Reformation ein Wallfahrtsort. Die erste Kirche wurde um 700 n.Chr. errichtet. Auf demselben Fleck steht die heutige Kirche St.Chrischona, die im 15. Jahrhundert entstand. Sie ist mit 522 Metern über Meer der höchste Punkt des Kantons Basel Stadt und teilt sich den Berg mit einem theologischen Seminar, einem Hotel, einem Kongresszentrum und dem Fernsehturm, der von weit herum zu sehen ist. Seit 1925 ist der Basler Hausberg auch die Heimat des Diakonissen Mutterhauses der Schwesternschaft St.Chrischona.

Website

Silidur AG

Bahnübergang in zwei Tagen saniert – dank vorfabrizierten Betonelementen

Beton, fertig, los: Bahnübergang in Rekordzeit saniert

Wird ein Bahnübergang saniert, muss es schnell gehen. Dank präziser Planung und dem Einsatz von Betonfertigelementen konnte im Appenzeller Dorf Speicher ein Bahnübergang von 72 Meter Länge in nur zwei Tagen saniert werden. Die Planungszeit für das Bauprojekte betrug gerade einmal sechs Wochen.

Weshalb braucht es in Speicher einen so langen Bahnübergang? Die Spur der Appenzeller Bahnen führt im Ausserrhoder Dorf entlang der Hauptstrasse. Die Häuser dahinter sind also auf einen Strassenzugang über die Bahngleise angewiesen. Bei der Sanierung des 72 Meter langen Abschnitts am Dorfeingang kam hinzu, dass dieser Bahnübergang in einer Kurve liegt. Schwierige Voraussetzungen also für eine zügige Sanierung. Auch blieb nicht viel Zeit für die Planung und den Guss der Betonelemente. In nur sechs Wochen musste alles parat sein.

«Wir produzieren seit 18 Jahren Bahnbauelemente aus Beton, darunter Gleisträgerplatten. All die bisher sanierten Bahnübergänge kamen seither ohne Unterhaltsarbeiten aus.»

Thomas Leuthard, Objektleiter, MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG
Einbau der vorfabrizierten Gleisträgerplatten. Der Vorteil der Betonelemente gegenüber herkömmlichem Belag: Sie sind viel länger haltbar und es braucht praktisch keine Unterhaltsarbeiten.

Straffes Zeitmanagement

Der Einbau der vorfabrizierten Betonelemente wurde minutiös geplant. Die Sanierung des Abschnittes durfte den Bahnverkehr nur sehr kurze Zeit unterbrechen. Der Autoverkehr auf der Strasse musste weiterhin fliessen und die Anwohnerinnen und Anwohnern mussten Zugang zu ihren Häusern hinter den Gleisen haben. Innert zwei Tagen wurden 21 Gleistragplatten mit unterschiedlichen Radien und Längen montiert. Mit einer Masstoleranz von 2 Millimeter gefertigt und just zum richtigen Zeitpunkt auf die Baustelle ausgeliefert, war das schnelle und präzise Verbauen der Elemente garantiert. Auch trug die gute Zusammenarbeit der beteiligten Unternehmen Meier + Jäggi AG (Planung und Ausführung) und die MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG (vorfabrizierte Betonelemente) wesentlich dazu bei, dass der eng getaktete Terminplan eingehalten werden konnte.

Präzise Arbeit unter Zeitdruck bis in die Nacht. In nur zwei Tagen mussten die Arbeiten abgeschlossen sein.

Weitere Umbauten in Planung

Die Arbeiten verliefen nach Plan und dauerten tatsächlich nur zwei Arbeitstage. Nun ist der Bahnübergang auf dem neuesten Stand, komfortabler und sicherer als bisher. Für den Einsatz von vorfabrizierten Betonplatten gegenüber dem herkömmlichen Einbau von Belag spricht die Tatsache, dass die Unterhaltsarbeiten wesentlich reduziert werden können. Mit den gleichen Betonelementen werden im laufenden Jahr noch weitere vier Bahnhofe und Haltestellen der Appenzeller Bahnen umgebaut, wo die Betonelemente verlegt werden, um die Stationen den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes anzupassen und das ebenerdige Einsteigen in die Züge zu ermöglichen.

Ein Zug der Appenzeller Bahnen unterwegs auf dem neuen Bahnübergang bei der Schützengartenkurve in Speicher AR.

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Appenzeller Bahnen

Jährlich reisen rund 6.3 Millionen Menschen mit den Appenzeller Bahnen durchs Appenzellerland und das Murgtal. Dabei werden auf einem Schienennetz von 94,8 Kilometern pro Tag zirka 6800 Kilometer zurückgelegt.

40-Tonnen-Kelche aus der Vorfabrikation

Lichtakzente im Eishockeystadion

Die neue Swiss Life Arena in Zürich-Altstetten ist nicht nur ein Eishockeystadion, sondern auch Sport- und Eventarena. Ausgerüstet mit Sound und Licht vom Feinsten, ist eine vielfältige Nutzung möglich. Für ein stimmungsvolles Ambiente sorgen zwölf Lichtkelche, die sich an den Innenwänden der Arena befinden und so einen magischen Akzent setzen.

Die Lichtkelche befinden sich auf den 84 Meter langen Stirnseiten der neuen Arena zwischen Innenwand und Fassade. Ihre spezielle Form brachte die Planer schnell zum Entscheid, diese Teile in Vorfabrikation herstellen zu lassen. Mit einer Höhe von elf Metern, einer Breite von sechs Metern und einem Stückgewicht von 40 Tonnen sind sowohl die Grösse wie auch das Gewicht der Lichtkelche nicht alltäglich. Dazu kommt der schwierige Transport auf dem öffentlichen Strassennetz. Für die Vorfabrikation der insgesamt zwölf Lichtkelche hat die ARGE Marti Zürich AG/Barizzi AG die Fanger Elementtechnik AG mit Sitz in Sachseln OW beauftragt.

In der Werkhalle verlegen Mitarbeiter der Fanger Elementtechnik AG die Bewehrung über der Innenschalung des Lichtkelchs.

Holzschalung als Herausforderung

Die erste Herausforderung war die Herstellung der Holzschalung. Die Mitarbeitenden der Fanger Elementtechnik AG mussten deren Oberfläche speziell behandeln, um das gewünschte Schalungsbild im Kelch zu erzielen. Auch das Verlegen der Bewehrung wie das Betonieren dieser ungleich gewölbten, trichterähnlichen Formen war alles andere als einfach.
Nach der abgeschlossenen Produktion galt es, die Teile unbeschadet auf die Baustelle zu bringen. Mit einer Elementbreite von sechs Metern war dies nur in der Nacht und mit Polizeibegleitung möglich. Einzelne Strassenabschnitte wurden jeweils für den Verkehr kurzzeitig gesperrt. Vor Ort luden die Mitarbeiter der Fanger Elementtechnik AG die Elemente ab, drehten sie in die Montageposition und hoben sie mit dem Pneukran an die Einbaustelle. Der am Kelch anbetonierte, konisch ausgebildete Standfuss verkeilte sich beim langsamen Absenken von selbst im vorbereiteten Köcherfundament.

Eindrucksvolle optische Wirkung

Dank durchdachten Details zum Ausrichten und einer massgenauen Ortbetonkonstruktion konnten die Arbeiter pro Tag zwei Elemente setzen und fixieren. Die optische Wirkung der je sechs Lichtkelche ist bereits heute im Rohbauzustand eindrücklich. Noch überwältigender wird deren Wirkung im Betriebszustand des bis zu 12’000 Personen fassenden Stadions sein. Mit den vorgesehenen Beleuchtungsmöglichkeiten werden die mit Betonelementen fabrizierten Lichtkelche entscheidend zur Einzigartigkeit der neuen Arena beitragen.

Robotik für mehr Komplexität

XXL-Treppenelemente just in time

1’2 Milliarden Investitionsvolumen, entworfen von Herzog & de Meuron, rund 1’800 Büro- und Laborarbeitsplätze: das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum pRed von F. Hoffmann-La Roche in Basel wird eines der wegweisenden Bauwerke der Schweiz. Das mit bau-architektonischen Finessen und Herausforderungen aufwartet. Die Aussentreppen bestehen aus Betonelementen. Hergestellt mit einem 6-Achs-Roboter.

Die Abteilungen des Forschungszentrums sind offen miteinander verbunden – durch gewundene Treppen in Extragrösse. Ein architektonisches Bonbon, das sich in konventioneller Bauweise kaum realisieren lässt. Betonelemente erweitern die Grenzen des Möglichen. Ganz besonders, wenn der Modellit-6-Achs-Roboter der Filigran Betonelement AG eingesetzt wird. «Für den Roboter – einer von nur drei weltweit – ist das eine fast schon typische Aufgabe», erzählt Firmeninhaber, Geschäftsleiter und Robotik-Ambassadeur Markus Hirschi.

«Bei aller Robotik macht der menschliche Faktor den Unterschied.»

Markus Hirschi, Robotik-Ambassadeur,
Inhaber Filigran Bauelemente AG

Der Roboter funktioniert wie ein umgekehrter 3D-Drucker; aus einem Rohling wird eine dreidimensionale Form gefräst. Das macht er auf Basis von Roboterdaten, die mit einer eigenen Software programmiert werden. Die Vorarbeiten im Projektfall:  hausinternes Engineering und Bearbeitung der Architektenpläne in 3D. Die Schalungen selbst waren äusserst komplex – mit bis zu vier verschiedenen Radien. Und wurden dennoch in Rekordzeit hergestellt. «Es geht komplexer, innovativer, schneller – insgesamt wirtschaftlicher. Das sind wesentliche Vorteile der Roboter-gestützten Produktion von Betonelementen. Die unverändert notwendigen Vorarbeiten sind dabei von entscheidender Bedeutung. Bei aller Robotik macht der menschliche Faktor den Unterschied.»

Insgesamt wurden in Basel 22 Gross-Elemente milimetergenau und montagefertig just-in-time produziert und direkt ab LKW eingebaut. Ob von Roboterarm oder Menschenhand geschaffen: die vielen Vorteile von Betonvorfabrikaten – Geschwindigkeit, Präzision, Flexibilität, Wirtschaftlichkeit – kommen immer zum Tragen.

Komplexer, innovativer, schneller – insgesamt wirtschaftlicher. Der Filigran-Roboter im Einsatz.

Video

Im Interview mit dem Online-Portal BERN-OST stellt Inhaber und Geschäftsleiter Markus Hirschi den Roboter Modellit en détail vor.
Leichter geht's nicht

Betonelemente als Formgeber

In Rorschach am Bodensee entstand auf dem Areal der ehemaligen Brauerei Löwengarten ein neues Zentrum mit 90 Wohnungen, zwei Supermärkten, einem Café und einem Restaurant. Rundum präsent sind handgefertigte, vorfabrizierte Betonelemente.

Die Überbauung Löwengarten ist urban und weiträumig gestaltet. Mit viel Platz, Luft und Leichtigkeit. Hierhin passen Fertigelemente aus Beton perfekt. Die skulpturalen Treppen in Aussenbereich wirken weit leichter, als sie sind: 39 Treppenelemente mit bis zu 7,6 Tonnen wurden vom Elementwerk Istighofen für diesen Auftrag gegossen. Hinzu kamen Sitzbänke, Pflanzentröge und Brunnen aus Beton. Viele der vorfabrizierten Elemente wurden in Teilen geliefert und vor Ort miteinander verbunden. Leichter geht’s nicht.

Form und Funktion

Ein Schöpfbrunnen nach Mass

Dass Brunnen nicht nur der Entnahme von Wasser dienen, sondern auch eine ästhetische Funktion erfüllen, zeigt die Umsetzung am Friedhof Wolf Gottesacker in Basel.

Auf dem Friedhofsareal befanden sich Brunnen aus verschiedenen Materialien, Abmessungen und Oberflächen. Sie sollten durch einheitliche Schöpfbrunnen ersetzt werden – gestaltet in enger Zusammenarbeit zwischen der Stadtgärtnerei Basel und der Silidur AG. Entstanden ist ein leicht konisch kreisrunder Schöpfbrunnen in den Aussenabmessungen 104 bis 109 cm und einer Bauhöhe von 80 cm. Der Brunnen besteht aus hochwertigem Jurakies-Beton mit Weisszement. Die äusseren Oberflächen sind fein gestrahlt. So wird aus einem einfachen Brunnen als Aussen- und Funktionselement ein visueller Akzent mit edler, zurückhaltender Optik. Der freistehende Brunneneinlauf mit spezieller Rundung rundet das Gesamtbild ab. Ein Schöpfbrunnen «like no other», dank einer individuellen Lösung, die durch Betonelemente ermöglicht wird.

3D-Druck

Zum richtigen Zeitpunkt maximal individuell

Flüssiger Beton wird gedruckt und ausgehärtet – in kurzer Zeit und ohne Schalungen. Möglich macht das ein neuartiges Verfahren. Für die Swisscom wurde damit ein individueller Schacht gedruckt. Innert 45 Minuten.

Grundlage des Verfahrens –  eine Eigenentwicklung von Creabeton Matériaux – ist ein speziell entwickelter Beton. Herzstück ist eine 3D-Druck-Anlage mit Roboter-Unterstützung. Das Verfahren reduziert die Produktionszeit deutlich. Die Betonelemente können schon nach 24 Stunden verbaut werden. Das eröffnet neue Einsatzfelder – Beton 4.0.

Wie auch in Blumenstein BE. Dort wurden Werkleitungen für Wasser, Abwasser und Fernwärme sowie das Swisscom-Netz erneuert und erweitert. Für den Telko-Marktführer wurde ein individueller Schacht produziert. Die Druckdaten wurden nach den Plänen des Bauherrns aufbereitet, der Schacht selbst wurde in nur 45 Minuten massgeschneidert 3D-gedruckt.

In Zukunft werden immer weitere Aktionsfelder mit dem neuen Verfahren sinnvoll und effizient bedient werden. Formenfreiheit und Zeitgewinn machen es für Einzelanfertigungen besonders attraktiv.

David Maier, Projektverantwortlicher Creabeton Matériaux
Creabeton Matériaux AG, Swisscom Schacht, 3D-Druck, Betonelemente, Betonvorfabrikate, Beton

Produziert wurde «just in time». Nach Druck und Aushärtung wurde der Schacht keine 24 Stunden später ausgeliefert und direkt in die Baugrube versetzt. Wie bei Betonvorfabrikaten generell sind die Vorteile des 3D-Beton-Drucks umso mehr Zeitersparnis, Wirtschaftlichkeit und die Möglichkeit, auf individuelle Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Das alles mit lokalen, heimischen Rohstoffen. Die Umwelt dankt’s, wird die sog. graue Energie doch gering gehalten.

«In Zukunft werden immer weitere Aktionsfelder mit dem neuen Verfahren sinnvoll und effizient bedient werden. Formenfreiheit und Zeitgewinn machen es für Einzelanfertigungen besonders attraktiv», ist David Maier, Projektverantwortlicher Creabeton Matériaux, von der Zukunftsfähigkeit des neuen Verfahrens überzeugt.

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