Eispavillon St.Moritz

Kunstvolle Treppen, Terrassen und Tribünen

Am Umbau des historischen Eispavillons in St.Moritz war unter anderem die Loacker AG aus Hauptwil beteiligt. Die Experten aus dem Thurgau stellten unter anderem filigrane Sichtbeton-Elemente her, die nun als Geländer an der Terrasse zum Einsatz kommen. Der Bau ist auch sieben Jahre nach Abschluss des Projekts ein herausragendes Beispiel für den vielseitigen Einsatz von Betonvorfabrikaten.

Für den sanierten Eispavillon in St.Moritz wurde ein Geländer aus Beton vorfabriziert.

Der Umbau des Eispavillons in St.Moritz knüpft an eine lange und turbulente Geschichte an. Das Projekt umfasste vor einigen Jahren die Renovation des gesamten historischen Gebäudes mit Restaurant, Lounge und Terrasse, wobei zahlreiche vorgefertigte Betonelemente zum Einsatz kamen. Im legendären Eispavillon wurden an den Olympischen Spielen 1928 und 1948 die erfolgreichsten Wintersportler geehrt, doch später verfiel er zur Bauruine. Rechtzeitig zur Ski-Weltmeisterschaft 2017 konnte man schliesslich mit neuen baulichen Akzenten an die glanzvolle Zeit anknüpfen, dies unter dem Namen Kulm Country Club. Ergänzend kamen zwei neue Zuschauertribünen am nahen Eisfeld Kulm hinzu. Laut den Projektverantwortlichen bleiben diese dem Erscheinungsbild der Originale aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts treu. Genutzt werden sie seither sowohl für sportliche als auch für kulturelle Anlässe.

«Betonelemente mit so filigranen Aussparungen sind aufwändig, man muss besonders vorsichtig vorgehen.»

Fabian Loacker,
Geschäftsführer Loacker AG

Geschwungene und gerade Linien als Kontrast

Während die dynamisch geformten Überdachungen der Haupt- und Nebentribüne grösstenteils in Holzbauweise erstellt wurden, dominieren bei den Stufen und Sitzen die geraden Linien und der rechte Winkel – und der Sichtbeton. Dieser kam auch Terrassengeländer am Pavillon zum Einsatz, das trotz des schweren Materials erstaunlich leicht wirkt. Es entstand dank der eingespielten Zusammenarbeit des Schweizer Baustoffproduzenten Holcim mit der Thurgauer Loacker AG. Die Firma hat sich auf die Fabrikation von Betonwaren, Kunststeinen, Natursteinelementen und Treppen spezialisiert. Der Geschäftsführer Fabian Loacker sagt: «Das Geländer am Kulm Country Club besteht aus sehr filigranen Betonelementen mit Aussparungen, welche in der Schalung von einer CNC-Fräse zugeschnitten wurden. Dies bedingte eine vorsichtige und aufwändige Arbeitsweise beim Betonieren mit entsprechendem Zeitaufwand.»

Betrachtet man alte Fotos des Eispavillons, so wird deutlich, dass sich die Architekten bei der Gestaltung des Geländers an der ursprünglichen, erstaunlich verspielten Formgebung orientiert haben.

Eine Betontreppe mit Beleuchtung

Eine noch grössere Herausforderung als das von weitem sichtbare Geländer brachte allerdings eine Treppe innerhalb des Eispavillons mit sich, wie Fabian Loacker berichtet. «Dieses Vorhaben war äusserst anspruchsvoll, weil das Ziel darin bestand, später unterhalb der Stufen eine indirekte LED-Beleuchtung einbauen zu können», sagt er. Laut dem Geschäftsführer wird eine solche Besonderheit aufgrund des grossen Aufwands nur selten umgesetzt. Die Aussparung in Form einer Rille musste man in der Herstellung mit Schaumstoff auskleiden. So gelang es, Platz für die Beleuchtung freizuhalten, die dann in einem späteren Arbeitsschritt installiert wurde.

Nach wie vor erinnert sich Fabian Loacker gerne an dieses nicht alltägliche Projekt in den Bündner Bergen, bei dem sich sein Unternehmen gleich mehrfach einbringen konnte. «Ich finde nach wie vor, dass diese Arbeiten ganz gut gelungen sind», sagt der Fachmann rückblickend. «Dies, obwohl man 2016 noch viel weniger auf die digitale Planung mit 3D-Modellen setzen konnte als heute.»

Fassade aus Betonelementen

Lebendiges Raster

Mitten in Basel, gleich bei den Gleisfeldern der SBB, erstreckt sich das Areal Grosspeter. Auf seiner Fläche entstand in den letzten Jahren ein urbanes Geschäftsviertel mit viel Platz für Büros und Gewerbe. Ein Eyecatcher innerhalb dieser markanten Hochhauszeile: die helle, klar gerasterte Sichtbetonfassade des sechsstöckigen B City.

Das Geschäftsgebäude B City fügt sich harmonisch in die neue Häuserzeile des Basler Grosspeter-Areals ein.

Die fünf neuen Geschäftsbauten auf dem Grosspeter-Areal bilden als Ensemble eine neue Sichtmarke im Basler Stadtbild. Inmitten dieses grossstädtischen Viertels, gleich neben dem offenen Gleisfeld, steht das B City. Es formt einen der letzten Bausteine zur Vollendung der städtebaulichen Weiterentwicklung des Quartiers, die vor zehn Jahren mit dem Bau des benachbarten Hotels begonnen hat.

Besonders ins Auge sticht die helle, feingliedrige Sichtbetonfassade des B City. «Das Gebäude wirkt zurückhaltend-ruhig, erhält aber durch sein klares Fassadenraster eine starke Präsenz», fasst es Architekt Andreas Schneider zusammen. Im Team der ARS Architektur AG hat er massgeblich an der Planung und Gestaltung des Baus mitgearbeitet.

Das Besondere dieses Neubaus ist jedoch nicht nur im Gesamtbild zu finden. Je näher man hinschaut, desto besser kommen die feinen Nuancen in der Fassadenstruktur zum Vorschein: «Wir wollten, dass die Fassade auch im Detail überzeugt. Die spezielle Fugenstruktur verleiht ihr einen beinahe textilen Charakter», erklärt Andreas Schneider. Um diese Wirkung zu erzielen, hat sein Team die Betonelemente mit viel Extraaufwand so konzipiert, dass es so aussieht, als wären sie ineinander verwoben. «Aus der Nähe betrachtet, fängt die Fassade an zu leben», führt der Architekt aus.

«Es war ein Auftrag mit wenig Toleranzen bei den unterschiedlichen Abmessungen.»

Marc Sutton,
Architekt

Jedes Element ist massgeschneidert

Dass die Fassadenelemente in der Vorproduktion entstehen sollten, war den Architekten von Beginn weg klar. «Der erste Blick auf das klare Raster täuscht. In Tat und Wahrheit ist kaum ein Betonelement gleich wie das andere. Wir haben drei verschiedene Fenstertypen, doppelt so grosse Leibungen im Erdgeschoss wie in den oberen Stockwerken, und kein Eckstück ist genau gleich breit», erzählt Marc Sutton, Architekt aus dem ARS-Team. Der Anspruch an die Vorproduktion war entsprechend hoch. «Es war ein hochkomplexer Auftrag mit wenig Toleranzen bei den Abmessungen», sagt Marc Sutton. Dabei sei für ihn wichtig gewesen, dass die ästhetische Gesamtwirkung nicht aus den Augen gelassen würde. «Die Verantwortlichen der Vorproduktion haben unser Gestaltungskonzept verstanden und arbeiteten direkt mit unseren Modellierungen. Das Resultat ist beeindruckend.»

Zum Gestaltungskonzept gehörte, dass sich das klare Raster durch die gesamte Fassade zieht. Auch an den seitlichen Fronten, die direkt auf der Baugrenze stehen. «Eine flache Wand hätte hier wie eine Brandmauer gewirkt und war für uns darum keine Option», sagt Marc Sutton. «So haben wir an den seitlichen Fassaden anstatt Fenster exakt gleichgrosse Betonelemente eingebaut, die das Raster der Fronten aufnehmen.»

Ausgeklügelte Montage

Auch die Montage stellte sich bei diesem Projekt als herausfordernd dar. Da die Höhe der vertikalen Elemente im Wechsel jeweils um eine Geschosshöhe variierte, musste das Team vor Ort einen exakt vorgegebenen Montageablauf einhalten. «Die ganze Fassade verzahnt sich wie ein Puzzle ineinander», erklärt Andreas Schneider. Zusätzliche Vorsicht war beim Aufrichten der Elemente geboten, damit die filigranen Stützen keinen Schaden nehmen. Um die Lasten an den Rohbau abgeben zu können, entwickelte das Team ein spezielles statisches System, das ideal auf den reduzierten Rohbau angepasst ist.

Inzwischen ist das Gebäude fertiggestellt und die Mieter sind eingezogen. Insgesamt stehen in dem fünfstöckigen Nord- und dem sechsstöckigen Südtrakt 6’000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Das Erdgeschoss mit seinen vier Metern Raumhöhe beherbergt die grosszügigen öffentlichen Bereiche. In den Obergeschossen sind die Büroräumlichkeiten untergebracht.

Marc Sutton ist mit dem Resultat vollumfänglich zufrieden. Ganz besonders gefällt ihm, wie sich das B City als individuelles Gebäude in das Gesamtbild der Geschäftshauszeile einfügt. «Das B City steht zwischen dem Hotelbau, der eher dunkel und schwer wirkt, und einem kompletten Holzbau. Die ganze Zeile wirkt trotz durchgezogener Rasterung heterogen. Das verleiht dem neuen Geschäftsviertel eine gewisse Lebendigkeit.»

«Geht nicht» gibt’s nicht

Ein Boot aus Beton

Beton ist weit mehr als nur grau. Mit dem faszinierenden Material lassen sich auch die ungewöhnlichsten Ideen verwirklichen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, denn «geht nicht» gibt’s nicht. In der Vorfabrikation finden sich immer Wege, ganz individuelle Kreationen und Wünsche dauerhaft in Beton zu giessen.

Ein Hingucker auf dem Schulgelände des Oberstufenzentrums Horriwil SO: das sechs Tonnen schwere Ruderboot, gefertigt in der Betonvorproduktion nach Skizzen des Bildhauers Norbert Eggenschwiler.

Ein über sechs Tonnen schweres Betonboot soll zukünftig auf dem Schulhausgelände des Oberstufenzentrums im solothurnischen Horriwil stehen. Ausgangslage war eine einfache Handskizze eines Ruderboots. Nach einer Machbarkeitsprüfung konnte das in der Betonvorfertigung spezialisierte Unternehmen den «Anker hieven» und mit dem Projekt loslegen. Das etwas andere Boot für die Schule im solothurnischen Horriwil stellten das Team von CREABETON nach den Plänen des Bildhauers Norbert Eggenschwiler her. Hinter dem Auftrag steckt eine Symbolik: Das Boot ist Teil eines Kunstprojekts und versinnbildlicht die Verbindung zum Wasser. Schliesslich liegt die Gemeinde Horriwil im Bezirk Wasseramt.

Norbert Eggenschwiler gestaltete für ein anders Projekt vor einigen Jahren bereits ein Boot aus weissem Marmor. Doch dieses Boot sollte aus einem anderen Material bestehen – unter anderem, weil es viel grösser werden sollte. «Holz war mir zu wenig dauerhaft. Zudem schwimmt Holz, was die Arbeit zu trivial gemacht hätte», erklärt Norbert Eggenschwiler. Die Entscheidung fiel auf Beton. Bereits nach dem ersten Telefonanruf nahm die Geschichte ihren Lauf.

 

Der Reiz der Herausforderung
Eigen-Kreationen sind für Unternehmen der Betonvorfertigung immer eine Premiere. «Bei solchen Projekten gibt es immer Überraschungen, mit denen im Vorfeld nicht gerechnet werden kann – dann sind wir gefordert, eine Lösung zu finden», sagt Martin Wüest, Technischer Berater Sonderanfertigungen bei CREABETON.

Die Challenge beim Betonboot lag darin, eine ausreichende Bewehrung in die Wände des Bootes zu bringen. Seine Wandstärke beträgt zwischen 8 bis 12 Zentimeter, und das Boot verfügt über keine gerade Seite, abgesehen vom Boden. Diese Aspekte machten die Bewehrung sehr aufwendig, doch das gut eingespielte Team in der Vorfabrikation weiss, wie solche Herausforderungen zu meistern sind und liebt die einhergehende Abwechslung.

«Es ist immer ein schönes und spezielles Gefühl, wenn wir ein Objekt abgeben können, von dem sich zuvor nicht mal die Kundschaft sicher war, ob ihre Idee überhaupt umsetzbar ist», führt Martin Wüest aus.

Nun steht das Boot auf dem Schulhausgelände und erfreut täglich die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer des Oberstufenzentrums. Und wir wissen einmal mehr: Nichts ist unmöglich.

Objekt
Oberstufenzentrum, Gemeinde Horriwil SO

Auftraggeber
Bildhauer Norbert Eggenschwiler, Balsthal

Dimensionen
Länge 700 cm, Breite 225 cm, Höhe 100 cm

Oberfläche
Beton schalungsglatt mit leichter Holzstruktur, Kanten leicht gefast

Ausstattung
2 Sitzbänke

Gewicht
ca. 6,1 Tonnen

Überbauung Langmoos

Mut zur Individualität

Löcher im Beton? Im Normalfall sind sie höchst unerwünscht. Nicht so bei der Überbauung Langmoos in Langnau am Albis ZH. Hier sind Löcher nicht nur höchst erwünscht, sie bilden zugleich das identitätsstiftende gewisse Etwas der neuen Wohnsiedlung. In der Betonvorfabrikation stellten sie das Projektteam allerdings vor einige Herausforderungen.

Unregelmässig verteilen sich die drei verschiedenen Lochtypen über die Fassadenelemente aus weissem Beton. Eine Herausforderung, welche das herstellende Betonelementwerk zu Höchstleistungen anspornte.

Direkt neben dem Wohn- und Pflegezentrum Sonnegg im Zentrum von Langnau am Albis steht die neue Überbauung Langmoos mit 53 Mietwohnungen. Wer hier wohnt, hat diverse Möglichkeiten, das Wohnen im Alter komfortabel und selbständig zu gestalten. Ein Mehrzweckraum mit Lounge, zwei Flächen für die Spitex-Dienste sowie der Anschluss zum benachbarten Pflegeheim sorgen für Sicherheit, wenn einmal ein Notfall eintritt.

Die Attraktivität im Innern spiegelt sich in der Aussengestaltung dieser 2023 fertiggestellten Überbauung. So war es dem Team der Frei Architekten aus Aarau wichtig, dass sich Form und Fassade von einer 0815-Gestaltung abheben und dem Neubau einen individuellen Charakter verleihen. Dafür sorgen sollten nicht etwa aufwändig aufgesetzte Strukturen, sondern unregelmässig verteilte Löcher in den Fassadenelementen aus Beton. «Wir sollten Betonelemente kreieren, die drei unterschiedliche Lochtypen aufweisen», erzählt Josef Helfenstein, Geschäftsführer der Arnet Elementbau AG mit Sitz in Dagmersellen.

«Es durfte innerhalb der einzelnen Elemente keine sichtbaren Stossfugen von den Matrizen geben.»

Jan Bumann, Projektleiter

Für das rund siebenköpfige Projektteam stellte dieser Auftrag eine besondere Herausforderung dar: Es musste sicherstellen, dass die schalungsglatte Oberfläche des weissen Betons trotz Lochvertiefungen homogen erscheint. «Innerhalb der einzelnen Elemente durfte es keine sichtbaren Stossfugen geben», ergänzt Projektleiter Jan Bumann.

Das Team machte sich an die Arbeit, die Nuss zu knacken. Zuerst experimentierte es mit Gummimatrizen, die innerhalb der Holzschalungen die Aussparungen für die unregelmässig angeordneten Löcher bildeten. Schnell kamen die Experten zum Schluss, dass sich Stahlblech besser eignete, weil es zu weniger Verschleiss führt und die Gefahr von Verfärbungen minimiert. Somit stand die Materialisierung der Schalungen und Matrizen fest. 

Lange Testphase, grosse Wirkung

«Um die Anzahl an Schalungseinlagen – und somit der Kosten – möglichst gering zu halten, war klar, dass wir die grössten Elemente zuerst produzieren mussten, um danach die gleichen Matrizen für die kleineren Elemente gebrauchen zu können», führt Jan Bumann aus. Das macht materialtechnisch Sinn. Es heisst aber auch, dass bei der eigentlichen Produktion der Fassadenelemente nichts schiefgehen darf, steigt doch der Materialverbrauch schnell ins Unermessliche, wenn eines der grossen Elemente nicht zu gebrauchen wäre.

«Das Resultat zeigt: Die Mühe bei der Entwicklung der richtigen Methode hat sich mehr als gelohnt.»

Josef Helfenstein, Geschäftsführer,
Arnet Elementbau AG

«Unser Team hat alles ganz genau ausgetüftelt und minutiös getestet, bevor wir in die eigentliche Produktion gingen», erzählt Geschäftsführer Josef Helfenstein. Von der Herstellung der ersten Musterelemente bis hin zur Endabnahme durch den Architekten dauerte es somit 1,5 Jahre. «Das ist eine ganz schön lange Zeit. Doch das Resultat zeigt: Die Mühe bei der Entwicklung der richtigen Methode hat sich mehr als gelohnt.»

Insgesamt 283 Fassadenelemente, bis zu 3,5 Meter lang und 1,3 Meter hoch, ziehen sich nun wie weisse Bänder um die zickzackförmigen Balkone des Neubaus. Die scheinbar willkürlich angeordneten Löcher und die Kombination von Beton und Holz verleihen der Überbauung ihren besonderen Charakter.

In jedem Fassadenelement steckt dabei sorgfältige Handarbeit und viel Liebe zum Werkstoff. «Wir sind stolz auf dieses Projekt», sagt Josef Helfenstein. «Denn gerade hier zeigt sich, wie vielfältig anwendbar und wie schön der Baustoff Beton ist.»

Komfortabel und sicher: Die Überbauung Langmoos in Langnau am Albis ist vollumfänglich auf das selbständige Wohnen im Alter ausgerichtet.
CO2-Reduktion

Sternwarte mit nachhaltiger Hülle

Seit Ende September ist auf der Uecht bei Bern das neue Observatorium für Weltraum und Umwelt in Betrieb. Einzigartig macht den Bau nicht nur seine, von Stararchitekt Mario Botta entworfene, einem Auge nachempfundene Form. Auch seine besonders nachhaltige, weisse Fassade aus carbonarmierten Betonelementen sticht ins Auge.

Wie ein weisses, mystisch anmutendes Ufo erhebt sich der Beobachtungsturm des Observatoriums von Mario Botta aus der lieblichen Landschaft. Er wurde im Rahmen des Projekts Space Eye auf der Uecht, einige Kilometer südlich von Bern, gebaut. Durch einen nahen Naturpark und einen Hügel in Richtung der Stadt ist das hochmoderne Observatorium der Schweiz kaum von Lichtverschmutzung betroffen und somit ideal für die Sternenbeobachtung.

«Die sparsame Verwendung der Rohstoffe ist ein wesentlicher Beitrag an die Nachhaltigkeit dieses Baus.»

Andreas Blaser, Präsident der Stiftung Sternwarte Uecht

CO2-optimiertes Konzept

Das Space Eye wurde Ende September 2023 eröffnet und setzt neue Massstäbe in Sachen nachhaltige Bauweise. Etwa durch seine nach einem CO2-optimierten Konzept konstruierte Fassade des Beobachtungsturms. Die Elemente aus carbonarmiertem Beton weisen eine Konstruktionsstärke von gerade einmal 50 Millimetern auf. «Die sparsame Verwendung der Rohstoffe ist ein wesentlicher Beitrag an die Nachhaltigkeit dieses Baus. Wir haben zudem eine Materialisierung ausgewählt, die zu einem grossen Teil auf Recyclingmaterial basiert», sagt Andreas Blaser, Präsident der Stiftung der Sternwarte Uecht, der Bauherrin des Space Eye.

Mit Beton habe man zudem einen besonders dauerhaften Baustoff ausgewählt: «Der Turm und die Fassade wirken wie ein Monument. Das Gebäude steht, als wäre es schon immer an diesem Ort gewesen und scheint für die Ewigkeit gebaut.» Besonders gefällt Andreas Blaser die ovale Form und die wellenartige, horizontal ausgelegte Struktur der Fassade. «Je nach Wetter und Lichtverhältnisse reflektiert die Fassade auf spannende Art sehr unterschiedlich, und sie ist auch in der Nacht gut wahrnehmbar.»

Digital geplant, individuell angefertigt

Die Betonelemente stammen aus Tafers FR. Dort plante die Element AG die Bauteile digital in 3D und fertigte sie einzeln auf Mass, bevor sie zur Baustelle geliefert wurden. Mit höchster Präzision wurden sie schliesslich in die finale Position gehievt und montiert. «Die Produktion und Montage dieser erstaunlichen Fassadenelemente verlief äusserst professionell. Wir sind sehr zufrieden», erzählt Andreas Blaser.

Das Nachhaltigkeitskonzept der neuen Sternwarte Uecht zieht sich durchs gesamte Gebäude und es ist sparsam im Unterhalt. «Die Tatsache, dass der grösste Teil der Räumlichkeiten unter der Erde liegt, wirkt sich positiv auf den Energieverbrauch aus», erklärt Blaser, denn: «In der Erde sind die äusserlichen Temperaturschwankungen reduziert.» Gespiesen wird das Gebäude unter anderem von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des nachbarlichen Landwirtschaftsgebäudes. Die Energiespeicherung, die noch nachgerüstet wird, soll sich technologisch aus einer Kombination von neuartigen, natronbasierten Elementen sowie aus Recyclingbatterien zusammensetzen.

Nicht zuletzt werden auch die Besucher des Space Eye in die ökologische Gesamtnutzung eingebunden. Parkplätze gibt es nur für Personen mit eingeschränkter Mobilität. Die übrigen Besucher werden per Shuttle zum abgelegenen Observatorium gebracht – oder können sich durch einen Fussmarsch dem mystisch anmutenden Gebäude nähern.

Space Eye

Das Space Eye ergänzt die ursprüngliche Sternwarte Uecht, die sich in den letzten 50 Jahren zu einer vielbeachteten Beobachtungsstation entwickelt hat. Im Turm des neuen Observatoriums befindet sich das grösste Teleskop der Schweiz, das über eine Tonne wiegt. In den Untergeschossen sind die Räume für das Publikum untergebracht. Ausstellungsinseln informieren über den Weltraum, die Nachhaltigkeit und die Entwicklung auf unserem Planeten, etwa die Erderwärmung und die Lichtverschmutzung. Ein hochmodernes Planetarium projiziert zudem ferne Galaxien auf die Halbkugel an der Decke und lässt das Publikum durchs All reisen.

Hotel Ibis Style in Bern

Aus einem Guss

Das neue Hotel Ibis Style in Bern bezeichnet sich selbst als Design-Hotel. Es bietet 154 moderne Zimmer nur 20 Gehminuten von der Berner Altstadt entfernt. Sein Erscheinungsbild fügt sich nahtlos in die Umgebung ein und nimmt die im Quartier vorherrschenden Gestaltungselemente aus dem 19. Jahrhundert raffiniert auf.

Das neue Hotel Ibis Styles in Bern nimmt die fürs Mattenhofquartier typischen Gestaltungselemente des 19. Jahrhunderts auf.

«Wir wollten, dass sich das neue Hotel perfekt in die Umgebung integriert», erzählt Antonio Tornay, Associate Partner beim Architekturbüro Aebi & Vincent. «Viele Fassaden im Mattenhofquartier bestehen aus Sandstein und Klinker. Dies und die typische Bauweise mit klar strukturierten Stockwerken und Mansardenwalmdächern nahmen wir uns bei der Planung zum Vorbild.»

Tatsächlich erinnert das neue Gebäude an die fürs 19. Jahrhundert typische Blockrandstrukturbauweise – nicht zuletzt durch die geschickte Kombination von Beton und Backstein. «Es war uns wichtig, mit diesen Materialien eine Tiefe zu erzeugen, damit die Fassade nicht zu flach wirkt», erklärt Antonio Tornay. Das besondere Detail: Den Verglasungen der Fenster wurde an den Seiten ein Filtermauerwerk vorgesetzt. «Es sorgt für eine besonders angenehme Stimmung in den Zimmern. Die Klinker wirken wie eine Laterne: Sie filtern das Licht und erzeugen ein einzigartiges Schattenspiel auf den schlichten und hochwertigen Oberflächen im Innenraum», führt der Architekt aus.

«Die Produktion vor Ort hätte viel mehr Zeit in Anspruch genommen und wir hätten niemals diese Qualität erreicht.»

Antonio Tornay, Associate Partner,
Aebi & Vincent Architekten

Höchste Qualität aus der Vorproduktion

«Es stellte sich früh heraus, dass die Produktion der Elemente sowie die Befestigung und Montage durch eine andere Fugenteilung einfacher und kostengünstiger ausgeführt werden konnte, ohne das Erscheinungsbild zu stark zu beeinflussen», erzählt Lena Hagel, Projektleiterin beim Elementwerk Istighofen. Ihr Team schlug deshalb pro-aktiv eine Alternative vor: die Herstellung der Betonrahmen in einem Stück und die anschliessende Aufmauerung der Klinker in den Zwischenräumen – eine komplette Vorproduktion.

Das überzeugte die HRS Real Estate AG, die den Ersatzneubau als Totalunternehmung plante und umsetzte. «Die Proaktivität aus den ausführenden Unternehmen ist bei komplexen und zeitgedrängten Projekten sehr willkommen», sagt Bauleiter Mirza Muratovic. «Auf die enormen Erfahrungen der Produktionsfirma zurückgreifen zu dürfen, war ein grosses Plus bei diesem Projekt.»
Das findet auch der Architekt, Antonio Tornay: «Das Mauern vor Ort hätte viel mehr Zeit in Anspruch genommen und wir hätten niemals diese Qualität erreicht.»

Ein Filtermauerwerk sorgt für besondere Licht-Schatten-Momente in den Hotelzimmern.

Durch und durch gelungen

Eine weitere Besonderheit der bis zu 3×9 Meter grossen Fassadenelemente: die verwendeten Backsteine weisen verschiedene Farben auf. «So erzeugten wir eine Pigmentierung der Fassade. Die verschiedenen Klinkerfarben verleihen dem Beton einen warmen Charakter, sodass er an den Sandstein der älteren Gebäude im Mattenhofquartier erinnert.» Ganz besonders gelungen findet Antonio Tornay zudem die durch die Betonrahmen erzeugte horizontale und vertikale Struktur des Gebäudes: «Die Simse geben der Fassade Tiefe. Es vermittelt das Gefühl, dass das Hotel schon immer da war.»

Dynamische Stadtentwicklung

Die Sanierung und Neugestaltung des Eigerplatzes vor einigen Jahren hat den städtebaulichen Wandel im Berner Mattenhofquartier angestossen. Hier reihen sich Gewerbebauten an altehrwürdige Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Viele dieser in die Jahre gekommene Gebäude werden nun nach und nach saniert. Beim ehemaligen Hotel Astoria an der Zieglerstrasse 66, das in den 1950er-Jahren entstand, war dies nicht möglich. Die Liegenschaft entsprach den technischen und energetischen Anforderungen eines modernen Hotelbaus nicht mehr, sodass man sich für einen Ersatzneubau entschied. Das neue Hotel Ibis Style wurde im Dezember 2022 eröffnet.

Vorplatz für das Konzerthaus Schüür

Schwer kreativ

Seit Jahrzehnten prägt die Schüür als Konzerthaus das Kulturleben der Stadt Luzern. In den letzten zwei Jahren wurde die Schüür saniert und um einen zweigeschossigen Anbau erweitert. Dabei entstand auch der neue Vorplatz. Auf der «Plaza» setzen verschiedenfarbige Schwerlaststeine kreative Akzente.

Der Anbau der Luzerner Schüür wurde im Oktober 2022 eröffnet, rechtzeitig zum 30-jährigen Jubiläum des Konzerthauses. Der zweigeschossige Neubau bietet Platz für Garderobe, Backstagebereich, Büroräume und einen Aufenthaltsraum. Für die Sanierung und den Anbau hatte das Stadtparlament 4,21 Millionen Franken bewilligt. Im Zusammenhang mit dem Bauprojekt wurde ein «Kunst-am-Bau»-Wettbewerb lanciert, zu dem sechs Künstlerinnen und Künstler eingeladen wurden.

Unter ihnen der Luzerner Künstler Davix (Stefan Davi) der den Auftrag für die Gestaltung des Vorplatzes erhielt. «Mir schwebte vor, den bisher eher unordentlichen Ort in einen attraktiven Platz zu transformieren, der die drei ihn bildenden Gebäude tatsächlich miteinander verbindet», erzählt Davix.

«Ich wollte etwas Musikalisches auf den Boden bringen.»

Davix, Künstler

Im Entwurf zeichnete der Künstler ein ornamentales Muster, das sich über den gesamten Platz zieht und mit verschiedenfarbigen Steinen umgesetzt werden sollte. Die Idee überzeugte auch die Wettbewerbsjury. «Ich wollte etwas Musikalisches auf den Boden bringen.», führt Davix aus. «Es sollte ein Muster werden, das sich wiederholt, wie der Puls eines Taktes oder das Metronom. Und doch mit nuancierten Verschiebungen Akzente und Spannung schafft. Damit der Platz individuell und lebendig wirkt.» Bei der Suche nach den geeigneten Steinen für seine «Plaza» stiess Davix auf graue Schwerlaststeine, die er für sein Vorhaben auswählte. Damit das zweifarbige Muster aber nicht nur auf Papier überzeugt, sondern auch tatsächlich so umgesetzt werden konnte, fertigte das beauftragte Unternehmen die grauen Schwerlaststeine aus dem Standardsortiment für dieses Projekt zusätzlich in der Sonderfarbe schwarz an.

Anspruchsvolle Handarbeit
Einen Verbundsteinplatz mit Muster einzubauen, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Bauleiter Philipp Ritter von der Lötscher Tiefbau AG aus Luzern liess sich gerne darauf ein: «Es war aufwändig, jeden einzelnen Stein zu zählen und richtig zu platzieren. Für mich als jungen Bauführer eine grosse Herausforderung, die mich anspornte und von der ich lernte», sagt der 27-Jährige. Er lobt die Zusammenarbeit mit dem Künstler: «Davix ist unkompliziert und war da, wenn es Probleme gab.» Das Team von Philipp Ritter verlegte den Verbundsteinplatz vor dem Konzerthaus vier Wochen lang von Hand, ein enger Zeitrahmen. «Das Terminprogramm war anspruchsvoll. Dank der guten Beratung und der pünktlichen Lieferung der Steine klappte alles bestens», erinnert sich der Bauleiter.

Auch der Künstler zeigt sich begeistert von der Zusammenarbeit: «Ich fand schon die Vorbereitungsarbeiten spannend, als das Terrain auf die richtigen Niveaus gebracht wurde, so dass das Regenwasser an den richtigen Stellen abfliessen kann», erzählt Davix. «Ganz besonders haben mich dann die Arbeiter beeindruckt, die tatsächlich jeden einzelnen Stein am richtigen Ort platzierten. Und es steckte eine beeindruckende Logistik hinter den Bauarbeiten.»

Pulsierender Ort
Mit seinem der Musik nachempfundenen Muster schafft der neue, verbindende Vorplatz einen hohen Wiedererkennungswert für das berühmte Luzerner Konzerthaus. Die «Plaza» wird zum Ort für Begegnung und Austausch und trägt den Puls der Konzerthalle nach draussen. Auch Philipp Ritter gefällt das Werk: «Ich bin nicht so der Kunsttyp und war am Anfang skeptisch. Nun finde ich: Der Platz schaut cool aus.» Auch der Künstler Davix sieht sich in seiner Arbeit bestätigt: «Ich bin sicher, dass die Menschen, die diesen Platz beleben, spüren, dass sie hier einen ganz besonderen Boden unter den Füssen haben.»

DAVIX

Der Luzerner Künstler Stefan Davi (*1966), bekannt als Davix, setzt seine Schwerpunkte in der bildenden Kunst und bei der Kunst am Bau. Davix ist aktiver Schlagzeuger und beschäftigt sich vorwiegend mit abstrakter Malerei, Fotografie, Film/Video, Sound und ihren möglichen installativen Verknüpfungen.

Neuer Schiesstunnel für Langdistanzen

Präzision auf 200 Metern

In Bülach ZH steht die wohl modernste und umfangreichste Jagdschiessanlage der Schweiz kurz vor der Eröffnung. Ab Juli 2023 können Jägerinnen und Jäger sowie Schützinnen und Schützen auf Indoor-und Outdoor-Anlagen ihr Können trainieren. Ein besonderes Highlight ist der 200 Meter lange Schiesstunnel aus Betonelementen.

Ein versierter Jäger braucht Übung. Nicht nur, weil er beim Schiessen auf Wild, Bewe­gungen und Gelände beachten muss. Auch die Distanzen sind eine Herausforderung. Ab Mitte 2023 bietet die Schiessanlage Widstud in Bülach ZH auf 53’000 Quadratmetern umfassende Trainingsmöglichkeiten: Übungsparcours, Wurfma­schinen, bewegte Zielscheiben, ein Schiesskino und ein traditioneller Schiesskeller stehen für Jäge­rinnen und Jäger bereit.

Eine besondere Attraktion ist der 200 Meter lange Schiesstunnel. Die Jägerinnen und Jäger können darin ihre Schiessfertigkeiten in den Langdistan­zen verbessern. Besonders wichtig ist dies für die Überprüfung der Aussenballistik, der Flugbahn der eigenen Munition. Im echten Gelände soll der Büchsenschuss präzise und zielgenau erfolgen.

Die Präzision war auch in der Planung und Ausführung dieses nicht alltäglichen Bauvorhabens zentral. «Die Rohrabschnitte für diesen Tunnel mussten haargenau passen. Ein solcher Bau erträgt keine Ungenauigkei­ten», sagt Stefan Eberle, Bauführer bei Eberhard Unternehmungen.

Jedes Betonelement des 200 Meter langen Schiesstunnels wiegt knapp 14 Tonnen. © Eberhard Unternehmungen

«Ein solcher Bau erträgt keine Ungenauigkeiten.»

Stefan Eberle, Bauleiter, Eberhard Unternehmungen

Tunnel steht auf Pfählen

Um den Schiesstunnel stabil im Boden zu ver­ankern, hat das Unternehmen 51 Einzelfundamente errichtet, wel­che auf Mikropfählen stehen. Diese reichen über 28 Meter tief in den Boden. Das heisst, der Beton­tunnel steht eigentlich auf Stelzen. Diese Konstruk­tionslösung ist clever, weil sie in punkto Stabilität kaum Schwachstellen aufweist. «Es ist ein sehr gutes Beispiel für effizientes Bauen», erzählt Tony Oberlin, Technischer Berater bei der Firma CREABETON. «Wir haben die Rohre wie bei einer Brücke stahlarmiert. Dazu kommt, dass das Bauunternehmen kein Bodenfundament errichten musste. Wir konnten dadurch Material, Aufwand und Kosten sparen.»

Für das Herzstück des Tunnels wurden 50 schalungsgehärtete Stahlbetonrohre mit Falzmuffenverbindung produziert. Jedes Stück ein Gigant von 4 Metern Länge, 2,4 Meter Aussendurchmesser und knapp 14 Tonnen Gewicht. «Die Falzmuffen und Keildichtungen machen die Rohre verschiebungssicher und dicht», erklärt Tony Oberlin.

«Der Tunnel ist ein sehr gutes Beispiel für effizientes Bauen.»

Tony Oberlin, Technischer Berater, CREABETON

Hochpräzises Resultat

Auf der Baustelle wurden die gewaltigen Betonrohre mit einem 100-Tonnen-Bagger millimetergenau auf ihren Platz auf der 4,5 m hohen, künstlich aufgeschütteten Böschung gehievt, wo sie nach Fertigstellung mit Substraten wie Kiesschlamm, Lehm und Felsmaterial überschüttet wurden. «Wir sind sehr stolz auf das Resultat», sagt Stefan Eberle. «Der Tunnel ist standfest und die Rohre halten. Es läuft nirgends Wasser rein und die Mikropfähle nehmen alle Senkrechtkräfte auf. Für seitliche Kräfte haben wir auf der ganzen Länge einen zehn Zentimeter breiten Hohlraum als Pufferzone eingebaut. Wir sind mit der Qualität rundum zufrieden.»
 
Jägerinnen und Jäger dürfen sich also freuen. Ab Ende Juli 2023 steht ihnen ein topmoderner neuer Schiesstunnel zum Üben von Langdistanzen zur Verfügung. Ein weiteres Highlight dabei: Das Licht im Tunnel ist dimmbar. So lässt auf dieser Anlage problemlos auch mit Nachtzielgeräten trainieren

Spezialelemente für Kantonsschule

Ein Klassenzimmer im Freien

Der Werktisch ist Mittelpunkt des neuen Aussenzimmers der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon. Die grosszügigen Eingangsplatten und Sitzstufen aus Weisszement sind weitere Bestandteile des Freiraumkonzepts, das im Zuge der Totalsanierung des Spezialtrakts der Schule umgesetzt wurde.

Der sieben Meter lange Werktisch verfügt über abschliessbaren Stauraum.

Der Betontisch ist sieben Meter lang, zwei Meter breit und wiegt 15 Tonnen. Versetzt wurde er mit dem Pneukran: «Eine Herausforderung», sagt Guido Bürli von der Göldi AG Gartenbau, die das Projekt umsetzte. Bei der Gestaltung des Aussenraums und der Materialwahl war es laut den Landschaftsarchitekten des Unternehmens Vetschpartner wichtig, dass sich die Betonelemente gut in das bereits Vorhandene integrieren und dass der denkmalgeschützten Schulanlage Rechnung getragen wird. Das neue Aussenzimmer ist Aufenthaltsraum für die rund 1300 Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule. Nebst der Nutzung als Pausenmöglichkeit wird es mit dem Wassergarten, dem Werktisch und den Sitzstufen auch für den Biologie- und Werkunterricht oder als Präsentationsbühne genutzt.

Den Boden zieren anthrazitfarbene Betonplatten in Travertinoptik.
Die Sitzstufen aus verschiedenen Winkelelementen und Sitzplatten laden zum Verweilen im Freien ein.
Bauminseln aus Spezialelementen

Schwergewichtige Leichtigkeit

Der Baumgarten im Hofraum ist das «grüne Herz» der Siedlung Hertipark in Brunnen SZ. Die Pflanzinseln und der Sandkasten in schalungsglattem weissem Sichtbeton sind mehrere Tonnen schwer, ihr Durchmesser beträgt vier bis sechs Meter. Dank ihrer speziellen Form sorgen die Schwergewichte optisch trotzdem für ein feines, leichtes Erscheinungsbild.

Mit einem Hundert-Tonnen-Kran wurden die dreiteiligen Pflanzinseln, der Sandkasten und die beiden runden Brunnenelemente in nur zwei Tagen versetzt. «Das war absolute Präzisionsarbeit», betont der zuständige Bauführer Beat Muff von Roth Gartenbau AG, Goldau.

Grüne Inseln mitten in der Neubausiedlung. Die Betonelemente aus schalungsglattem Sichtbeton stammen von der Firma Tschümperlin AG, Baar.

Koordinierte Installation

Alle Elemente zusammen sind fast hundert Tonnen schwer. Das Areal mit den umliegenden Parkplätzen musste grosszügig abgesperrt werden; die angrenzenden Geschäfte im Hertipark waren offen. Die ganze Logistik und Abwicklung des Objekts sei zeitweise herausfordernd gewesen, sagt Muff. So gab es wetterbedingte Verzögerungen oder nachträgliche Anpassungen bei den Brunnenelementen. Detaillierte Absprachen und eine gute Koordination zwischen den einzelnen Fachpartnern seien nötig gewesen, damit alles reibungslos funktioniert.

Zwei Brunnen in Anthrazit mit je zwei Meter Durchmesser ergänzen die Gestaltung.

«Fast wie schwebende Wolken»

Die Pflanzeninseln mit ihren runden Abschlüssen begeisterten auch die Arbeiter von Roth Gartenbau vor Ort: Sie waren beeindruckt vom Know-how und der Präzision im Schalungsbau. «Trotz des massiven Gewichts wirken die weissen Elemente sehr leicht, fast wie schwebende Wolken», schwärmt Beat Muff.

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