Möglich dank Betonelementen

Lagerfläche verdoppelt

Mit einem zusätzlich eingebauten Zwischenboden nach Mass konnte in einer bestehenden Halle zusätzlicher Lagerraum geschaffen werden. Insgesamt kamen über 100 millimetergenau vorgefertigte Elemente aus Beton zum Einsatz. Die Fläche ist nun dank dieser nachhaltigen Lösung doppelt so gross wie zuvor.

Der neue Zwischenboden führt dazu, dass in der Halle doppelt so viel Lagerfläche genutzt werden kann wie vor dem Einbau.

In einer weitläufigen Halle im luzernischen Adligenswil war einst eine Druckerei des Medienhauses Ringier untergebracht. Mit deren Schliessung per Ende 2018 änderten sich die Anforderungen, denn das Gebäude sollte dem neuen Eigentümer fortan als Lager dienen. Um die nutzbare Fläche nachhaltig und ohne Abriss zu erweitern, kam eine innovative Lösung mit vorgefertigten Betonelementen zum Zuge. Die vorproduzierende Firma übernahm die komplette Umsetzung von der Planung über die Produktion bis hin zur Montage – alles im Bestandesbau. Seither verdoppelt ein Zwischenboden die Lagerfläche.

«Die grösste Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, die massiven Träger und Stützen mit über zehn Metern Spannweite in die bestehende Halle einzubringen», erzählt Tobias Stüssi von der Stüssi AG und führt aus: «Eine seitliche Öffnung und eine massgeschneiderte Einschubkonstruktion machten dies möglich.» Im Inneren des Baus sorgte eine spezielle Montagekonstruktion für die passgenaue Installation.

Speditiver Einbau ist gelungen

Eingesetzt wurden total 119 Betonelemente, darunter 64 Rippenplatten, 18 Randträger und 37 Stützen. Letztere haben eine Höhe von je 5,5 Meter. Die Rippenplatten weisen mit einem Gewicht von 10,3 Tonnen pro Stück ein stattliches Gewicht auf, die 18 Randträger sind mit je 18,7 Tonnen sogar noch massiver. Laut Angaben der Stüssi AG dauerten die Montagearbeiten 18 Tage, was einer Kadenz von fast sieben Elementen pro Tag entspricht. Tobias Stüssi hält fest: «Ein Element wurde somit in etwas mehr als einer Stunde gesetzt. In diesem Kontext ist das sehr rasch.»

Die fertig erweiterte Halle ist Teil der Businesspark Dietschiberg AG. Auf dem Areal nahe der Stadt Luzern wird nun kreativ gearbeitet, konzipiert, programmiert, geplant und organisiert. Neben den Lagerräumen, die von verschiedenen Kunden genutzt werden, gibt es an diesem Standort auch Produktionsflächen und Büros.

Brückenbau mit UHPC

Schlanke Konstruktion punktet mit Stärke

Auffallend schlank sehen die zwei neu erstellten Brücken bei der Bahnstation Gluringen im Kanton Wallis aus. Doch sie haben es in sich, denn sie bestehen aus ultrahochfestem Beton, sogenanntem Ultra High Performance Concrete (UHPC).

Dank vorgefertigten Teilen aus Beton gelang der Bau der neuen Brücken bei der Bahnstation Gluringen im Wallis auf effiziente Weise.

Der grösste Pluspunkt von UHPC-Beton ist seine Widerstandsfähigkeit. Das führt dazu, dass mit vergleichsweise sparsamem Materialeinsatz sehr stabile und hochdichte Elemente hergestellt werden können, etwa für Kunstbauten. Ein Beispiel dafür sind zwei Brücken, die im Sommer 2024 als Ersatzneubauten bei der Bahnstation Gluringen erstellt wurden. Für die Vorfertigung der Bestandteile war das Team der Element AG aus dem freiburgischen Tafers verantwortlich. Die gesamte Konstruktion der Brücken hat das firmeninterne Planungsbüro in 3D erstellt. Über die digitalen Schnittstellen konnten diese Pläne mit dem Ingenieur und der Bauunternehmung geteilt und abgestimmt werden. Anschliessend produzierte das Team die Betonelemente gemäss den Anforderungen äusserst effizient und detailgetreu im Werk.

Mit Feinheiten aufs Gelände reagieren

Bei dem Projekt bestand die grösste Herausforderung darin, die spezielle Schalung mit verschiedenen Gefällen herzustellen. «Unsere Schalungsbauer meisterten dies auch mit den vielen einzelnen, sehr schlanken Rippen hervorragend», so fassen die Projektverantwortlichen diesen wichtigen Arbeitsschritt zusammen.

Nach dem Transport von Tafers ins Wallis wurden die vorfabrizierten Betonelemente bei der Station Gluringen auf den bestehenden Unterbau gehievt. Ein Kraftakt, denn trotz schlanker Struktur wiegt jedes Element 20 Tonnen. Ergänzend montierten die Fachleute die ebenfalls mit UHPC produzierten Winkelelemente, um einen nahtlosen Anschluss ans nahe, frisch sanierte Perron sicherzustellen. Das Fazit dieses Projekts mit UHPC-Beton ist durchwegs positiv: «Dank aktiver Beteiligung aller Akteure konnten wir alles in einer auch für die Bahn kurzen und daher optimalen Bauzeit realisieren.»

Ausstiegshilfen, Leitsysteme und Durchlässe

Wie Beton das Leben von Amphibien rettet

Auf ihren alljährlichen Wanderungen sind Amphibien vielen Gefahren ausgesetzt. Einerseits beim Überqueren von Strassen, anderseits aber auch, weil sie auf ihrem Weg in Schächte stürzen und dort verenden, weil sie nicht herausfinden. Hier setzt eine Neukreation an, die vollumfänglich aus Beton hergestellt wird.

Kröten und Frösche sind auf ihren Wanderungen vielen Gefahren ausgesetzt.

Im Frühjahr sind die Kröten, Frösche, Salamander und Lurche auf Achse. Sie wandern zu ihren Laichgründen, um dort ihre Eier abzulegen. Doch der Weg dorthin ist oftmals lang und beschwerlich. So kann es vorkommen, dass sich die Tiere auf ihrer Suche nach kalten und feuchten Orten in Schächte fallen lassen, aus denen sie nicht aus eigener Kraft herausfinden. In solchen Fällen können aus Beton vorgefertigte Ausstiegshilfen Leben retten. Solche Produkte mit speziell entwickelter Oberfläche und Form sind bei CREABETON seit Kurzem im Angebot. Entstanden sind sie in Zusammenarbeit mit dem Kanton Zürich und mit Fachleuten aus den Bereichen der Tier- und Landschaftsökologie. «Diese Lösung ist nachhaltig und optimal auf die Bedürfnisse von Amphibien abgestimmt», teilen die Projektverantwortlichen mit.

Robust, effizient und flexibel

Dass bei der Fertigung der Ausstiegshilfe der Baustoff Beton zum Einsatz kommt, hat seinen Grund. Dank dieser Bauweise sind die Teile widerstandsfähig und sie halten langfristigen Belastungen sowie Witterungseinflüssen stand. Zugleich sind die Produkte äusserst pflegeleicht – die robuste und glatte Oberfläche minimiert den Aufwand bei der Wartung und sorgt dafür, dass die Ausstiegshilfen effizient instandgehalten werden können, was kostensparend ist. Da sie bezüglich der Masse flexibel hergestellt werden können, bieten sich die Bauteile sowohl für neu erstellte als auch für bestehende Schächte mit den unterschiedlichsten Anforderungen an. Mögliche Anwendungsorte sind Strassenabläufe, Lichtschächte, Schlammsammler, Regenrückhaltebecken sowie Abwasserbecken und Reinigungsanlagen. Laut Angaben von Creabeton hat die Anwendung in der Praxis gezeigt, dass die Amphibien die Ausstiegshilfen als solche erkennen und zum Herausklettern aus der Tiefe nutzen.

Wenn Tunnels den Weg freimachen

Zum Sortiment der Firma CREABETON gehören neben den neuen Ausstiegshilfen auch verschiedene Modelle von Amphibien- und Kleintierdurchlässen. Sie ermöglichen es den Tieren, in Sicherheit auf die andere Seite von vielbefahrenen Verkehrsrouten zu gelangen. Vorgefertigte Durchlässe aus Beton sind die ideale Alternative zu herkömmlichen Lösungen wie niedrigen Zäunen oder anderen Abgrenzungen am Strassenrand. Beim Bau können die Tunnels direkt in die Anlagen integriert werden. Ergänzend gibt es unterschiedliche Elemente, um an der Erdoberfläche passende Leitsysteme zu installieren, dank denen die Tiere die Eingänge finden.

Wie bei den Ausstiegshilfen haben bei den bereits installierten Durchlässen umfassende Überwachungen stattgefunden. Deren Auswertung hat gezeigt, dass neben den Amphibien auch Mäuse, Dachse, Marder, Katzen und sogar Füchse die Tunnels nutzen. Die Zahl der überfahrenen Tiere sank an den Stellen mit den Durchlässen deutlich. Mit den so geretteten Leben leistet die Betonvorfertigung einen bedeutenden Beitrag für den Artenschutz.

Kombination von Baustoffen

Beton und Holz im Einklang

Holz oder Beton? Das schliesst sich keineswegs aus. Aktuelle Bauprojekte wie das reformierte Kirchgemeindehaus in Sursee beweisen, wie gut sich Beton und Holz kombinieren und ergänzen lassen. Besonders hervorzuheben ist dabei die regionale Herkunft der eingesetzten Rohstoffe.

Unten Beton, oben Holz: So kontrastreich und dennoch einheitlich präsentiert sich das neue Kirchgemeindehaus im luzernischen Sursee.

Auf den ersten Blick dominiert Holz das reformierte Kirchgemeindehaus in Sursee, das Anfang 2024 eingeweiht wurde. Doch bei näherer Betrachtung entfaltet der Sichtbeton seine Wirkung: Vor allem die vorfabrizierten Treppen setzen markante Akzente im Innenbereich und schaffen einen faszinierenden Materialkontrast. Sandgestrahlte Streifen sorgen auf den Treppenstufen für optimale Rutschfestigkeit.

Rohstoffe stammen aus der Region

Während das Holz dem Gebäude seine warme Ausstrahlung verleiht, vermittelt der Beton Robustheit. Gemeinsam bilden die beiden natürlichen Materialien eine harmonische Symbiose, die Tradition und Moderne gleichermassen widerspiegelt.

Das Beispiel aus dem Kanton Luzern zeigt: Regionalität ist auch in der Kombination möglich. Der Neubau trägt das Label Schweizer Holz. 90 Prozent der 265 eingesetzten Kubikmeter Holz stammen aus heimischen Wäldern. Damit wurden die Voraussetzungen für die Auszeichnung damit sogar übertroffen. Und auch die vorproduzierten Betontreppen stellte das produzierende Unternehmen aus lokalen Rohstoffen her. «Wir nutzen Material aus Schweizer Kiesgruben und andere regionale Materialien», hebt Cyrill Kunz, Geschäftsführer der MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG, hervor. «Hierfür gibt es zwar kein Label, die Herkunft ist aber nachweisbar. Unsere Betonprodukte passen also auch unter diesem Aspekt ideal zum Holz, das bei diesem Projekt zum Einsatz kam.»

Stabilität und Schallschutz inklusive

Der Gesamteindruck des Kirchgemeindehauses in Sursee überzeugt. Sämtliche Elemente aus Holz und Beton greifen nahtlos ineinander über. Bei der Konstruktion wurde insbesondere darauf geachtet, dass die Betonelemente auf ausreichend tragfähigen Holzflächen ruhen, um maximale Stabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Eine weitere Anforderung der Bauherrschaft: eine durchgehende Schallentkopplung. Das Team aus Rickenbach meisterte auch diese Herausforderung.

«Das Beispiel zeigt auf, wie man die Langlebigkeit des Baustoffs Beton gezielt nutzen kann», sagt Cyrill Kunz. Er betont, dass die Treppen in einem öffentlichen Bauwerk wie dem Kirchgemeindehaus besonders grossen Belastungen ausgesetzt sind. «Diese Stufen werden oft begangen, vorwiegend mit Strassenschuhen. Daher lohnt es sich, sie aus Beton anzufertigen, auch in einem Holzbau.» Damit die hölzernen Wände das hohe Gewicht des Betons tragen können, muss dies bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Erfolgreiches Bauen durch Zusammenarbeit

Ein weiteres Bauvorhaben mit Holz und Beton, an dem die MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG mitwirken durfte, wird derzeit in Zermatt realisiert. Eine Gesamtanlage für die Primarschule Walka ersetzt dort drei ältere Chalets. Die Innenräume, Flure und Treppenhäuser sind in zwei Farbtönen gehalten, die zur alpinen Landschaft im Wallis passen. Die mineralischen Elemente bestehen vorwiegend aus Beton. Das Holz zieht sich als Füllelement konsequent durchs Gebäude und spannt sich zwischen den grauen Flächen auf.

Auch die Fassaden der Walka-Häuser bestehen aus Holz, dies im Gegensatz zu den Sockelelementen, die aus Beton vorgefertigt wurden. «Vor allem im Aussenbereich gilt es, das unterschiedliche Ausdehnungsverhalten von Holz und Beton zu beachten», erklärt Cyrill Kunz. Da Holz auf Feuchtigkeit stärker reagiert als Beton, sind präzise Arbeitsfugen essenziell, um Materialbewegungen auszugleichen und Schäden zu verhindern.

«Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, dass wir uns während den Bauarbeiten laufend mit den Architektinnen und Architekten, den Projektleitenden und den Vertretenden aus der Holzbranche austauschen», fügt der Geschäftsführer an. «Denn bei solchen Projekten kommt es, wie so oft im Leben, auf die gelungene Kommunikation an. So passen später nicht nur die Pläne, sondern auch die verwendeten Baustoffe bestens zueinander.»

Öffentlicher Aussenraum

Auf Beton ausruhen? Das geht!

Im Aussenbereich eines Ersatzneubauprojekts in der Stadt Zürich dienen Elemente aus Beton nicht nur als gemeinhin bekannte Sitzgelegenheiten. Auf dafür angepassten Flächen laden sie hier auch zum Liegen ein. Was aufgrund der Härte des Materials zunächst wie ein Kontrast wirkt, wird durch die ausgeklügelte Formgebung zum Pluspunkt.

Diese vorgefertigten Liegen aus Beton bereichern die Aussenanlage auf dem Areal des Neubauprojekts in Zürich.

Die Tannenrauchstrasse im Zürcher Quartier Wollishofen war kürzlich Schauplatz eines bedeutenden Ersatzneubauprojekts. In dessen Rahmen wurden ältere Gebäude aus den 1930er-Jahren abgebrochen und durch zeitgemässen Wohnraum mit hoher Lebensqualität ersetzt. Insgesamt entstanden so rund 100 Wohnungen. Auch beim Aussenbereich kam es im Zuge dieses Projekts zu einer Umgestaltung. Die öffentlich zugängliche Anlage dient als Begegnungs- und Erholungszone. Auffallend sind die abwechslungsreichen Elemente aus Beton, welche diesen Ort nun prägen – optisch, aber auch funktional.

Hartes Material, sanfte Formen

Für das Design und die Fertigung der Betonteile ist die Silidur AG verantwortlich. Vorfabrizierte Elemente, die in Freiräumen zum Einsatz kommen, gehören zu den Kernkompetenzen des Betriebs aus dem zürcherischen Andelfingen. Beim Neubauprojekt in Wollishofen stehen grossflächige Liegen aus Beton im Zentrum. Sie animieren die Bevölkerung dazu, im neu geschaffenen Gebiet zu verweilen und diesen Ort aus nicht alltäglicher Perspektive zu betrachten. Bei den Liegen handelt sich um Spezialanfertigungen mit besonderem Charakter. Dank den integrierten Kopfstützen kommt hier sogar ein bisschen Liegestuhl-Feeling auf. Und wer, anstatt zu liegen lieber sitzen möchte, ist hier ebenfalls richtig. Denn da sind noch die Entlüftungsschächte, die dank ihrer ausgeklügelten Gestalt zugleich als Sitzbänke dienen. Einmal mehr kommt bei diesen Betonelementen die geschickte Kombination von Funktionalität, Ästhetik und gesellschaftlichem Aspekt zur Geltung.

Wohnlich möblierter Aussenraum

Das dritte markante Objekt im Aussenraum Tannenrauchstrasse ist der Brunnen. Er hat einen Durchmesser von 3,40 Metern und strahlt viel Ruhe aus. Dies ebenso wie die ausladende, ebenfalls kreisförmige Betonsitzbank mit Holzauflage. Sie schmiegt sich um eine Fläche, die später mit verschiedenen Pflanzen bereichert werden soll. Der quadratische Kiesplatz mit Brunnen, Bank und Elementen ist von Betonschalen umrandet, die dazu dienen, das Regenwasser geregelt abfliessen zu lassen. So wirkt das Ensemble im Freien fast wie ein Zimmer, das mit unterschiedlichen Möbeln und Accessoires bestückt ist und Wohnlichkeit vermittelt.

Ultra-Hochleistungs-Faserverbund-Baustoff (UHFB)

Fest, dicht, stabil – und besonders leicht

Die Tunnel und Brücken der Schweizerischen Südostbahn AG (SOB) zwischen Lichtensteig und Herisau sind über 100 Jahre alt, daher müssen sie nun renoviert werden. Bei der Sanierung eines Fussgängerwegs direkt neben den Bahngleisen auf einer Brücke kommen auch Produkte aus aussergewöhnlichem Beton zum Einsatz.

Rund 30 Platten aus Ultra-Hochleistungs-Faserverbund-Baustoff (UHFB) kommen derzeit bei der Renovierung des Thurviadukts im sanktgallischen Lichtensteig zum Einsatz. Verwendet werden sie für den Fussgängerweg, der neben den Bahngeleisen verläuft. Das Besondere am verwendeten Baustoff ist die hohe Festigkeit und Dichtigkeit. Ausserdem ist er wasser- und chloriddicht – ideal für anspruchsvolle Bauprojekte wie dieses Vorhaben, das gemäss Plan im Dezember 2024 abgeschlossen sein soll.

Leicht und dennoch robust

UHFB besteht neben Wasser, Zement, Mikrosilika, feinen Sanden und Zusatzstoffen vor allem aus einer grossen Menge an Stahlfasern. Damit lassen sich neue Formen schaffen und Leichtigkeit in Konstruktionen bringen. Das bedeutet, dass man bezüglich der Gestaltung mehr Freiheiten hat.

Hergestellt und geliefert werden diese Betonelemente von der MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG. Diese produziert die Platten für das Thurviadukt in sieben verschiedenen Grössen. Die grösste Platte mit fünf Metern Länge und drei Metern Breite wiegt laut Angaben der Verantwortlichen lediglich 2,8 Tonnen. Eine Platte dieser Grösse aus herkömmlichem Beton wäre ungefähr doppelt so schwer. Das Gewicht ist hier entscheidend, denn die Platten werden auf auskragende Träger versetzt. Mit doppelt so schweren Platten wäre die Sanierung um einiges aufwendiger gewesen.

Fachwissen und Präzision sind gefragt

Die Produktion der Platten erfordert hohe Präzision und solides Fachwissen rund um den Baustoff. «Das ganze Projekt stand zudem unter grossem Zeitdruck und so ist es sehr erfreulich, dass sich alle Beteiligten – von der Planung über den Formenbau bis zur Produktion – mit vollstem Engagement für das Projekt einsetzten», berichtet Mark Blunschi, Product Manager Elementfertigung bei der Herstellerfirma. Die Festigkeit, die Gewichtsersparnis und das Aussehen der Elemente sind seiner Meinung nach die entscheidendsten Vorteile für dieses Projekt. «Dank der hohen Festigkeit können wir die Fussgängerbrücke sehr schlank bauen.»

Rieter Campus Winterthur

Sitzelemente vermitteln Ästhetik und Ambiente

Beim kürzlich fertiggestellten Grossprojekt Rieter Campus in Winterthur spielen auch vorgefertigte Betonelemente eine Rolle. Sie tragen im Aussenbereich zum zeitgemässen Erscheinungsbild des Ortes bei, an dem die Innovation im Zentrum steht.

Ein Kunden- und Technologiezentrum sowie ein Verwaltungsgebäude – das gehört zum Rieter Campus. Die Überbauung in Winterthur, die zwischen 2021 und 2024 entstanden ist, leistet einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Firma Rieter. Rieter ist ein Pionier in der Textilindustrie, ein weltweit führender Anbieter von Systemen für die Herstellung von Garn aus Stapelfasern in Spinnereien.

Funktional und modern zugleich

Die vom Team der Silidur AG eigens für dieses Projekt gelieferten Betonelemente für den Aussenbereich sind mehr als bloss Sitzgelegenheiten. Sie gehören zum Gesamtdesign und tragen laut Angaben der Projektverantwortlichen zu einer Atmosphäre mit Ambiente bei. Die runden Elemente, farblich in Grautönen gehalten, zeichnen sich durch ihre geschliffenen Sitz- und Seitenflächen aus. Dies verleiht ihnen ein modernes und dennoch robustes Aussehen. Damit setzen die Sitzelemente auf dem neuen Campus nicht nur funktionale, sondern auch ästhetische Akzente. Sie fügen sich in die Umgebung ein und laden inmitten von Bäumen zum Verweilen ein.

Offene Räume auch im Innenbereich

Auf dem neuen Areal können gemäss Angaben von Rieter bis zu 700 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Mit einem Spezialisten für Büroarchitektur hat der Auftraggeber ein auf die Bedürfnisse des Unternehmens ausgerichtetes Konzept erstellt, das auf offenen Räumen basiert. Wie weitläufig und zeitgemäss der Rieter Campus ist, zeigen dessen Kennzahlen. Die Grundstücksfläche des beträgt rund 14’000 Quadratmeter, die Geschossfläche deren 30’000. Das Gebäudevolumen beträgt 125’000 Kubikmeter. Für die Wärmeerzeugung stehen Erdsonden im Einsatz, zudem wurde auf den Dächern eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von etwa 1300 Quadratmetern errichtet. Die durchdachte Gestaltung der gesamten Anlage unterstützt die Vision von Rieter, die darin besteht, einen Raum zur Förderung der Innovation zu schaffen, der zugleich eine Oase der Ruhe und Inspiration ist.

Trendiger Kontrast

Beton in Rost-Optik

Rostfarbene Betonelemente sehen nicht nur täuschend echt aus, sie sind auch langlebig und können vielseitig eingesetzt werden. Mehrere Schritte sind nötig, um den Elementen diese besondere Optik zu verleihen. Im Gegensatz zu Objekten aus Cortenstahl haben diejenigen aus Beton zudem einen entscheidenden Vorteil.

Sieht aus wie Stahl, ist aber aus Beton: Eine Lösung mit Rost-Optik.

Die Farbe Rost liegt im Trend. Egal, ob in Gärten oder auf öffentlichen Plätzen – rostfarbene Gestaltungselemente ziehen die Blicke auf sich. In jeder Jahreszeit stehen sie in spannendem Kontrast zu ihrer Umgebung. In wenigen Schritten kann ein Element aus Beton mit diesem trendigen Look versehen werden. Dank eines patentierten Herstellungsprozesses ist es den Verantwortlichen von CREABETON gelungen, Beton wie Cortenstahl in einem Beizprozess innerhalb weniger Tage werkseitig rosten zu lassen. Je nach Einfluss von Temperatur und Sauerstoff oxidieren die Oberflächen in unterschiedlichen Farbnuancen. Die Auslieferung der Betonelemente erfolgt, wenn dieser Vorgang bereits abgeschlossen ist.

Nicht färbend, dafür nachrostend

Der grosse Vorteil der auf diese Weise bearbeiteten Betonelemente gegenüber Cortenstahl sind die nicht abfärbende Oberfläche und der zusätzlich aufgebrachte Oberflächenschutz. Der Schutz bewahrt den Beton vor Witterungseinflüssen und Verschmutzung. Und sollte doch einmal eine Ecke abplatzen, so ist dies kaum zu sehen, da die Betonmatrix dank einer speziell für diesen Zweck entwickelten Technologie nicht wie üblich grau ist – die Stelle rostet mit der Zeit nach. Grundsätzlich können alle Arten von Betonelementen mit diesem Rosteffekt versehen werden, zum Beispiel Platten, Blockstufen, Betonstelen, Fassadenelemente, Balkonbrüstungen, Winkelplatten und Pflanzentröge.

Eispavillon St.Moritz

Kunstvolle Treppen, Terrassen und Tribünen

Am Umbau des historischen Eispavillons in St.Moritz war unter anderem die Loacker AG aus Hauptwil beteiligt. Die Experten aus dem Thurgau stellten unter anderem filigrane Sichtbeton-Elemente her, die nun als Geländer an der Terrasse zum Einsatz kommen. Der Bau ist auch sieben Jahre nach Abschluss des Projekts ein herausragendes Beispiel für den vielseitigen Einsatz von Betonvorfabrikaten.

Für den sanierten Eispavillon in St.Moritz wurde ein Geländer aus Beton vorfabriziert.

Der Umbau des Eispavillons in St.Moritz knüpft an eine lange und turbulente Geschichte an. Das Projekt umfasste vor einigen Jahren die Renovation des gesamten historischen Gebäudes mit Restaurant, Lounge und Terrasse, wobei zahlreiche vorgefertigte Betonelemente zum Einsatz kamen. Im legendären Eispavillon wurden an den Olympischen Spielen 1928 und 1948 die erfolgreichsten Wintersportler geehrt, doch später verfiel er zur Bauruine. Rechtzeitig zur Ski-Weltmeisterschaft 2017 konnte man schliesslich mit neuen baulichen Akzenten an die glanzvolle Zeit anknüpfen, dies unter dem Namen Kulm Country Club. Ergänzend kamen zwei neue Zuschauertribünen am nahen Eisfeld Kulm hinzu. Laut den Projektverantwortlichen bleiben diese dem Erscheinungsbild der Originale aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts treu. Genutzt werden sie seither sowohl für sportliche als auch für kulturelle Anlässe.

«Betonelemente mit so filigranen Aussparungen sind aufwändig, man muss besonders vorsichtig vorgehen.»

Fabian Loacker,
Geschäftsführer Loacker AG

Geschwungene und gerade Linien als Kontrast

Während die dynamisch geformten Überdachungen der Haupt- und Nebentribüne grösstenteils in Holzbauweise erstellt wurden, dominieren bei den Stufen und Sitzen die geraden Linien und der rechte Winkel – und der Sichtbeton. Dieser kam auch Terrassengeländer am Pavillon zum Einsatz, das trotz des schweren Materials erstaunlich leicht wirkt. Es entstand dank der eingespielten Zusammenarbeit des Schweizer Baustoffproduzenten Holcim mit der Thurgauer Loacker AG. Die Firma hat sich auf die Fabrikation von Betonwaren, Kunststeinen, Natursteinelementen und Treppen spezialisiert. Der Geschäftsführer Fabian Loacker sagt: «Das Geländer am Kulm Country Club besteht aus sehr filigranen Betonelementen mit Aussparungen, welche in der Schalung von einer CNC-Fräse zugeschnitten wurden. Dies bedingte eine vorsichtige und aufwändige Arbeitsweise beim Betonieren mit entsprechendem Zeitaufwand.»

Betrachtet man alte Fotos des Eispavillons, so wird deutlich, dass sich die Architekten bei der Gestaltung des Geländers an der ursprünglichen, erstaunlich verspielten Formgebung orientiert haben.

Eine Betontreppe mit Beleuchtung

Eine noch grössere Herausforderung als das von weitem sichtbare Geländer brachte allerdings eine Treppe innerhalb des Eispavillons mit sich, wie Fabian Loacker berichtet. «Dieses Vorhaben war äusserst anspruchsvoll, weil das Ziel darin bestand, später unterhalb der Stufen eine indirekte LED-Beleuchtung einbauen zu können», sagt er. Laut dem Geschäftsführer wird eine solche Besonderheit aufgrund des grossen Aufwands nur selten umgesetzt. Die Aussparung in Form einer Rille musste man in der Herstellung mit Schaumstoff auskleiden. So gelang es, Platz für die Beleuchtung freizuhalten, die dann in einem späteren Arbeitsschritt installiert wurde.

Nach wie vor erinnert sich Fabian Loacker gerne an dieses nicht alltägliche Projekt in den Bündner Bergen, bei dem sich sein Unternehmen gleich mehrfach einbringen konnte. «Ich finde nach wie vor, dass diese Arbeiten ganz gut gelungen sind», sagt der Fachmann rückblickend. «Dies, obwohl man 2016 noch viel weniger auf die digitale Planung mit 3D-Modellen setzen konnte als heute.»

Fassade aus Betonelementen

Lebendiges Raster

Mitten in Basel, gleich bei den Gleisfeldern der SBB, erstreckt sich das Areal Grosspeter. Auf seiner Fläche entstand in den letzten Jahren ein urbanes Geschäftsviertel mit viel Platz für Büros und Gewerbe. Ein Eyecatcher innerhalb dieser markanten Hochhauszeile: die helle, klar gerasterte Sichtbetonfassade des sechsstöckigen B City.

Das Geschäftsgebäude B City fügt sich harmonisch in die neue Häuserzeile des Basler Grosspeter-Areals ein.

Die fünf neuen Geschäftsbauten auf dem Grosspeter-Areal bilden als Ensemble eine neue Sichtmarke im Basler Stadtbild. Inmitten dieses grossstädtischen Viertels, gleich neben dem offenen Gleisfeld, steht das B City. Es formt einen der letzten Bausteine zur Vollendung der städtebaulichen Weiterentwicklung des Quartiers, die vor zehn Jahren mit dem Bau des benachbarten Hotels begonnen hat.

Besonders ins Auge sticht die helle, feingliedrige Sichtbetonfassade des B City. «Das Gebäude wirkt zurückhaltend-ruhig, erhält aber durch sein klares Fassadenraster eine starke Präsenz», fasst es Architekt Andreas Schneider zusammen. Im Team der ARS Architektur AG hat er massgeblich an der Planung und Gestaltung des Baus mitgearbeitet.

Das Besondere dieses Neubaus ist jedoch nicht nur im Gesamtbild zu finden. Je näher man hinschaut, desto besser kommen die feinen Nuancen in der Fassadenstruktur zum Vorschein: «Wir wollten, dass die Fassade auch im Detail überzeugt. Die spezielle Fugenstruktur verleiht ihr einen beinahe textilen Charakter», erklärt Andreas Schneider. Um diese Wirkung zu erzielen, hat sein Team die Betonelemente mit viel Extraaufwand so konzipiert, dass es so aussieht, als wären sie ineinander verwoben. «Aus der Nähe betrachtet, fängt die Fassade an zu leben», führt der Architekt aus.

«Es war ein Auftrag mit wenig Toleranzen bei den unterschiedlichen Abmessungen.»

Marc Sutton,
Architekt

Jedes Element ist massgeschneidert

Dass die Fassadenelemente in der Vorproduktion entstehen sollten, war den Architekten von Beginn weg klar. «Der erste Blick auf das klare Raster täuscht. In Tat und Wahrheit ist kaum ein Betonelement gleich wie das andere. Wir haben drei verschiedene Fenstertypen, doppelt so grosse Leibungen im Erdgeschoss wie in den oberen Stockwerken, und kein Eckstück ist genau gleich breit», erzählt Marc Sutton, Architekt aus dem ARS-Team. Der Anspruch an die Vorproduktion war entsprechend hoch. «Es war ein hochkomplexer Auftrag mit wenig Toleranzen bei den Abmessungen», sagt Marc Sutton. Dabei sei für ihn wichtig gewesen, dass die ästhetische Gesamtwirkung nicht aus den Augen gelassen würde. «Die Verantwortlichen der Vorproduktion haben unser Gestaltungskonzept verstanden und arbeiteten direkt mit unseren Modellierungen. Das Resultat ist beeindruckend.»

Zum Gestaltungskonzept gehörte, dass sich das klare Raster durch die gesamte Fassade zieht. Auch an den seitlichen Fronten, die direkt auf der Baugrenze stehen. «Eine flache Wand hätte hier wie eine Brandmauer gewirkt und war für uns darum keine Option», sagt Marc Sutton. «So haben wir an den seitlichen Fassaden anstatt Fenster exakt gleichgrosse Betonelemente eingebaut, die das Raster der Fronten aufnehmen.»

Ausgeklügelte Montage

Auch die Montage stellte sich bei diesem Projekt als herausfordernd dar. Da die Höhe der vertikalen Elemente im Wechsel jeweils um eine Geschosshöhe variierte, musste das Team vor Ort einen exakt vorgegebenen Montageablauf einhalten. «Die ganze Fassade verzahnt sich wie ein Puzzle ineinander», erklärt Andreas Schneider. Zusätzliche Vorsicht war beim Aufrichten der Elemente geboten, damit die filigranen Stützen keinen Schaden nehmen. Um die Lasten an den Rohbau abgeben zu können, entwickelte das Team ein spezielles statisches System, das ideal auf den reduzierten Rohbau angepasst ist.

Inzwischen ist das Gebäude fertiggestellt und die Mieter sind eingezogen. Insgesamt stehen in dem fünfstöckigen Nord- und dem sechsstöckigen Südtrakt 6’000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Das Erdgeschoss mit seinen vier Metern Raumhöhe beherbergt die grosszügigen öffentlichen Bereiche. In den Obergeschossen sind die Büroräumlichkeiten untergebracht.

Marc Sutton ist mit dem Resultat vollumfänglich zufrieden. Ganz besonders gefällt ihm, wie sich das B City als individuelles Gebäude in das Gesamtbild der Geschäftshauszeile einfügt. «Das B City steht zwischen dem Hotelbau, der eher dunkel und schwer wirkt, und einem kompletten Holzbau. Die ganze Zeile wirkt trotz durchgezogener Rasterung heterogen. Das verleiht dem neuen Geschäftsviertel eine gewisse Lebendigkeit.»

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