Wenn Strassen umgestaltet werden, bringt das Veränderungen für den Verkehr mit sich, beispielsweise in Bezug auf Busstrecken und ihre Haltestellen. Das gilt auch für das aktuelle Sanierungsprojekt beim Schulhaus Staffeln in Luzern. Dort wurden die bis anhin provisorischen Haltestellen leicht verschoben und hindernisfrei erstellt. Dabei kam ein patentiertes Art-Beton-Modulsystem mit vorproduzierten Betonelementen zum Einsatz. Es vereinfachte die Arbeiten und verkürzte die Bauzeit massiv. So dauerte die Erstellung einer neuen Haltestelle über Nacht gerade mal zehn Stunden, und die Strasse war danach direkt wieder befahrbar.
Optimale Bedingungen, beste Resultate
Entwickelt wurde das Art-Beton-Modulsystem für vorfabrizierte Fahrbahnflächen von der Inauen Strassenbau AG aus Uster. Das Bausystem mit vorfabrizierten Fahrbahnflächen verkürzt die Bauzeiten auf das Wesentliche. Laut Angaben der Entwickler lässt es sich jederzeit modular erweitern, verkürzen oder wieder ausbauen und wiederverwenden. Angewendet wird die flexible Bauweise nicht nur bei Haltestellen, sondern auch bei Wendeschlaufen, Kreiselbauten, industriellen Andockrampen und weiteren Untergründen, die stark befahren und somit hohen Belastungen ausgesetzt sind. Die dabei benötigten Betonplatten stammen aus den Werken der MÜLLER-STEINAG ELEMENT AG. Für die Montage war wiederum die Inauen Strassenbau AG zuständig.
Der Vorteil des Modulsystems besteht darin, dass die Bestandteile unabhängig vom Wetter und den Aussentemperaturen in einer Halle gefertigt werden. Auf der Baustelle kommen sie dann in kürzester Zeit zum Einsatz. Das ist effizient, denn allzu lange Behinderungen des Verkehrsflusses werden auf diese Weise umgangen. Zudem bringt die Vorfabrikation in diesem Fall einen weiteren Pluspunkt mit sich: Ein späterer Aus- und Wiederaufbau der Bodenplatten ist problemlos möglich – etwa, wenn eine Haltestelle erneuert oder verschoben werden muss.
Erstmaliger Einsatz in Luzern
Während die Verantwortlichen aus der Zentralschweiz kürzlich erstmals aufs Art-Beton-Modulsystem gesetzt haben, kommt dieses in Zürich schon länger zur Anwendung. Gregory Inauen von der Inauen Strassenbau AG berichtet: «Unsere Produktvorstellung, die jahrzehntelange Erfahrung sowie die unzähligen Referenzen überzeugten die Stadt Luzern sowie das Team des Ingenieurbüros von unseren Busfahrplatten.» Er verweist darauf, dass eigens für den Standort Luzern eine neue Schalung geplant und gefertigt wurde, da die Bedingungen und Designs dort anders seien als in Zürich. «Dies erforderte eine etwas längere Vorlaufzeit, das Resultat ist jedoch für zukünftige Projekte wiederverwendbar.»





Busstopp mit Besonderheiten
Die Obermättlistrasse in Luzern, an der die neue Haltestelle installiert wurde, weist ein Längsgefälle von 8,45 Prozent auf. Damit zählt sie zu den steileren Haltestellen, welche die Inauen Strassenbau AG in den letzten 16 Jahren realisiert hat. Eine weitere Besonderheit bestand darin, dass es sich um eine doppelte Haltekante handelt. Dies bedeutet, dass der Bus je nach Fahrtrichtung an beiden Kanten hält. Gregory Inauen fasst zusammen: «Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung sowie die langjährige Erfahrung haben dazu geführt, dass unser Team alle Herausforderungen meistern und ein sehr gutes Ergebnis erreichen konnte.»
Fugenlos, langlebig und eingespielt
Wie die Entwickler des Modulsystems mitteilen, steht die Vorfabrikation dem Ortbeton in nichts nach. Denn Haltekante und Betonplatte können damit zu einem einheitlichen Bauteil kombiniert werden. Durch den fugenlosen Bordstein entstehen keine Schwachstellen, und die Bushaltestelle benötigt nur einen geringen Unterhaltsaufwand. «Betrachtet man die Lebenszykluskosten, ist unser Verfahren eine nachhaltige und langlebige Investition in die Sanierung sowie in den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen», erklärt Gregory Inauen.
Positiv hebt er auch die eingespielte Zusammenarbeit mit dem Betonvorfabrikanten und weiteren Akteuren hervor. «Es ist entscheidend, dass alles gut aufeinander abgestimmt ist. Der eng getaktete Zeitplan zeigte einmal mehr, dass Teamwork auch Verlässlichkeit bedeutet.»