Wo früher Papier produziert wurde, wächst ein lebendiges Stadtviertel heran: Auf 11 Hektaren entsteht in Cham neuer Raum für rund 3000 Bewohnende und 1000 Beschäftigte. Mehrere locker gesetzte Neubauten ergänzen die Bestandsbauten aus den 1950er-Jahren – darunter Hochhaus I mit 61 Eigentumswohnungen sowie einer Kita und einem Gewerberaum im Erdgeschoss. Das 13-stöckige Gebäude ist das erste Wohnhochhaus der Schweiz in Beton-Holz-Hybridbauweise. Für das Team von Huggenbergerfries Architekten war diese Entscheidung naheliegend: «Das Papieri-Areal ist geprägt von Spuren der industriellen Vergangenheit – die Bestandsbauten haben eine unverwechselbare Identität und sind ebenfalls in hybrider Bauweise erstellt», erklärt Architektin Erika Fries. «Dieses tektonische Vorgehen adaptierten wir auf unser Hochhaus.»
Beton und Holz vereint
Die Hybridbauweise bietet viele Vorteile. So kann dank des tragenden Betonkerns, der Treppenhaus und Lift umfasst, die Holzkonstruktion im Innern sichtbar bleiben. In der Aussenwirkung stehen mineralische Materialien im Vordergrund, die Fassadenelemente aus Beton wurden im Elementwerk Istighofen vorproduziert: «Die Fassade sucht die Verwandtschaft mit den umgebenden Häusern. Petrolfarbene, vertikal ondulierende Faserbetonelemente treffen auf horizontale Balkonplatten aus weissgrauem Beton, die durch auberginefarbene Metallrohre verbundenen sind. Akzentuiert werden sie durch erdrote Balkonuntersichten. So entsteht ein farblicher Zusammenklang mit den übrigen Bauten, in dem jedes Haus charaktervoll zu einem reichhaltigen Ganzen beiträgt.»




Fassade mit Fernwirkung
In der Fassade von Hochhaus I kamen Faserbeton sowie glasfaserarmierter Beton zum Einsatz. Ausschlaggebend für diese Wahl waren das im Verhältnis geringe Gewicht der Elemente und dass diese den bei einem Hochhaus geforderten hohen Feuerwiderstand (EI90) problemlos erfüllen.
Um die Farbnuancen aufeinander abzustimmen, arbeiteten die Architekten von Huggenbergerfries in der Betonvorproduktion eng mit dem Elementwerk Istighofen zusammen, dessen Team die Fassadenelemente geplant, hergestellt und geliefert hat. «Die Zusammenarbeit war konstruktiv, angenehm und professionell. Die Geschäftsführerin kümmerte sich persönlich darum, dass die Muster zeitnah entwickelt wurden und die gewünschten Farbtöne resultierten», erzählt Erika Fries. In ihrer Kombination erzeugen die Betonelemente eine strukturelle Plastizität mit Fernwirkung, eine entscheidende Eigenschaft für ein Hochhaus.

