Fachtagung

Sichtbeton als Prozess

Guter Sichtbeton entsteht, bevor betoniert wird. Was am fertigen Bauwerk selbstverständlich erscheint, bedarf zahlreicher Arbeitsschritte im Vorfeld. An einer Tagung von BETONSUISSE, die Ende Oktober 2026 in Zürich stattfindet, stehen das Thema und die damit verbundenen Möglichkeiten im Zentrum – dazu gehört unter anderem die Vorfertigung.

Wirkt wie ein Tuch, ist aber Sichtbeton: Die Fassade der Swiss Life Arena in Zürich, Veranstaltungsort der kommenden BETONSUISSE-Tagung.

Bei Bauten mit Sichtbeton greifen die architektonische Idee, Tragwerk und Bewehrung, Schalung, Materialwahl, Ausschreibung und Ausführung auf faszinierende Weise ineinander. Alle diese Faktoren bestimmen gemeinsam das spätere Erscheinungsbild. Anlässlich der Überarbeitung der SIA Norm 118/262 im Frühjahr 2026 wurde auch das Merkblatt für Sichtbetonbauten angepasst. Deshalb widmet der Verband BETONSUISSE dem Thema eine Weiterbildung. Im Zentrum steht der gesamte Entstehungsprozess von Sichtbeton.

Dabei geht es um folgende Fragen:

  • Was wollen wir mit Sichtbeton erreichen?
  • Was ist mit Sichtbeton technisch machbar?
  • Wie müssen Anforderungen beschrieben werden?
  • Was braucht die Ausführung?
  • Und: Wann ist Sichtbeton eigentlich gut genug?

Inputs, Referate und Austausch

Die Tagung Sichtbeton findet am Mittwoch, 28. Oktober 2026, in der Swiss Life Arena in Zürich statt. Sie dauert von 8 bis 13 Uhr, inklusive Mittagessen. Der Vormittag umfasst mehrere fachspezifische Inputs von Expertinnen und Experten. Fachleute aus Architektur, Ingenieurwesen, Betontechnologie, Planung und Bauausführung zeigen anhand konkreter Beispiele, worauf es in den einzelnen Projektphasen beim Bauen mit Sichtbeton ankommt.

Im Fokus stehen Konstruktion und Werkstoff, Planung und Ausschreibung sowie die Praxis auf der Baustelle – vom Referenzbauteil über Vorfertigung und Kosmetik bis zur Abnahme. Auch die Betonvorfertigung ist mit einem Referat von Ivo Häfeli von der Vigier AG vertreten.

Sichtbeton am Objekt erleben

Nach der Mittagspause steht ab 13.15 Uhr eine optionale Führung durchs ZSC-Eishockeystadion auf dem Programm. Dieses hat eine markante Fassade aus hellem Sichtbeton, die wie ein gefalteter Vorhang wirkt. Beim Bau wurde zudem auf die Vorfertigung gesetzt – hier berichteten wir darüber.

Da die Plätze bei diesem Rundgang limitiert sind, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung.

Das detaillierte Programm und die Anmeldung sind hier zu finden.

Zur überarbeiteten SIA Norm 118/262 mit den Allgemeinen Bedingungen für Betonbau geht es hier.

Neu von BETONSUISSE

Whitepaper «Massiv nachhaltig»

Die Nachhaltigkeit eines Gebäudes beginnt im Entwurf, nicht erst bei der Materialwahl oder später im Betrieb. Welche Hebel sich in frühen Projektphasen ansetzen lassen, zeigt das neue Whitepaper «Massiv nachhaltig» von BETONSUISSE. Es ist kostenfrei als PDF erhältlich.

Nachhaltig bauen, von Anfang an – das neue Whitepaper von BETONSUISSE macht deutlich, wie das gelingt.

Die Anforderungen ans Bauen verändern sich laufend: Klimaziele, neue Vorgaben und der steigende Anspruch an die Ressourceneffizienz bewirken, dass die Planung immer wichtiger wird. Besonders bei Neubauten gewinnen die kumulierten CO2-Emissionen aus Materialherstellung, Bau und späterem Ersatz von Bauteilen an Bedeutung. Hier setzt das neue Whitepaper «Massiv nachhaltig» von BETONSUISSE an. Es ist ein fundierter Ratgeber, wenn es darum geht, die Kreislaufwirtschaft von Anfang an in ein Bauprojekt einzubeziehen.

Dekarbonisierung anstreben

Auf knapp 40 Seiten zeigt das im Juni 2026 erschienene Dokument, wie sich die CO2-Emissionen mit klaren Zielen, einer durchdachten Tragstruktur und einer ganzheitlichen Lebenszyklusbetrachtung wirksam senken lassen. Das Dokument richtet sich an Bauherrschaften, Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure sowie weitere Projektverantwortliche aus dem Bausektor, darunter auch Produzenten aus der Betonvorfertigung.

Zusammengefasst beleuchtet das Whitepaper fünf zentrale Hebel für die Dekarbonisierung im Hochbau:

– Suffizienz und Lage
– Struktur und Tragwerk
– Materialisierung
– Lebenszyklus und Nutzungsflexibilität
– Zirkularität, Rückbau und Wiederverwendung

Innovationen mit Beton

Zum Whitepaper gehört unter anderem ein spezifisches Kapitel über Potenziale zur Reduktion von CO2-Emissionen im Betonbau. Thematisiert werden CO₂-reduzierte Zemente und neue Bindemittel, aber auch Recyclingbeton und CO₂-Speicherung, der Mindestzementgehalt, der 3D-Betondruck sowie die Digitalisierung und die Vorproduktion. Eine der Schlussfolgerungen in Bezug auf Beton lautet: «Insbesondere die Kombination aus digitaler Planung und Vorfabrikation kann zu einer deutlichen Verbesserung der Ressourceneffizienz führen.»

Praxistaugliche Checkliste

Ergänzt wird das Whitepaper von einer nützlichen Checkliste für Bauprojekte. Im Berufsalltag unterstützt das Dokument dabei, in jeder Projektphase die passenden Fragen im Sinne der Kreislaufwirtschaft zu stellen und zu beantworten: Von der Machbarkeitsstudie über das Vorprojekt bis zur Ausschreibung, Materialisierung und der späteren Nutzung eines Bauwerks.

Zum Download des Whitepapers «Massiv nachhaltig» und der Checkliste für nachhaltige Projektentscheide geht es hier.

Hauptversammlung SwissBeton

Wechsel in der Geschäftsführung

Michael Widmer ist der neue Geschäftsführer von SwissBeton. Er übernahm das Amt an der Hauptversammlung 2026 von Martin Weder. Nun leitet er den Fachverband für Schweizer Betonprodukte zusätzlich zu seinem Engagement bei Baustoff Kreislauf Schweiz.

Michael Widmer hat im Frühsommer 2026 die Geschäftsführung von SwissBeton übernommen.

Seit Frühsommer 2026 ist Michael Widmer, Geschäftsführer des Verbands Baustoff Kreislauf Schweiz, auch als Geschäftsführer von SwissBeton tätig. Er übernahm das Amt von Martin Weder, der die Altersgrenze erreicht hatte. Die Mitglieder von SwissBeton wählten den neuen Geschäftsführer an der Hauptversammlung 2026 einstimmig. 

Erfahren und vernetzt

Bei Baustoff Kreislauf Schweiz ist Michael Widmer seit Anfang September 2024 engagiert. Zusammen mit weiteren Mitarbeitenden der Geschäftsstelle betreut er nun auch diejenige von SwissBeton.

Die branchenspezifischen Kenntnisse, die Michael Widmer mitbringt, sind vielfältig. Schon zuvor leitete er Verbände aus der Bauwirtschaft, daher ist er entsprechend gut vernetzt und bringt das nötige Wissen mit. Dass sich Baustoff Kreislauf Schweiz der Nachhaltigkeit verschrieben hat, führt zu Synergien, die sich positiv auf beide Verbände auswirken. Zudem verfügt Michael Widmer über grosse Erfahrung in den Bereichen Kommunikation, Medienarbeit und Politik. Dies ist auf seine früheren Tätigkeiten, unter anderem als Bundeshausredaktor und als persönlicher Bundesratsmitarbeiter, zurückzuführen.

Unterstützende Mitwirkung

Der zurückgetretene Martin Weder übte seine Leitungsfunktion von SwissBeton während rund zehn Jahren aus, dies «erfolgreich sowie mit viel Beharrlichkeit und Umsicht», wie es bei der Verabschiedung im Rahmen der Hauptversammlung hiess. Noch bis Ende September 2027 wird der Verband weiterhin von Martin Weders Expertise profitieren. Denn bis dahin wirkt er insbesondere im Bereich Bildung und bei der Auskunftsstelle Gesamtarbeitsvertrag unterstützend mit.

Gremium wechselt, Vorstand bleibt

Ebenso ist Carla Tschümperlin von der Verhandlungsdelegation Gesamtarbeitsvertrag zurückgetreten. Diesem Gremium gehörte sie während rund 20 Jahren an, davon knapp zehn Jahre als Präsidentin. «Es gelang ihr dabei jeweils, sehr gute Ergebnisse zu erzielen, von denen die gesamte Branche profitieren konnte», sagte Vorstandspräsident Christoph Hofer bei der Ehrung. Die Nachfolge von Carla Tschümperlin übernimmt Roger Schmid.

An der Versammlung wurde der SwissBeton-Vorstand bestätigt. Christoph Hofer wurde einstimmig als Präsident für die Amtsperiode 2026/27 wiedergewählt. Ebenfalls im Amt bleiben die Vorstandsmitglieder Roger Schmid und André Bischof.

Campus Sursee

Buchstaben als Selfie-Spot

13 grosse Schriftzeichen aus Beton dienen auf dem Campus Sursee, der Deutschschweizer Fachschule für Ausbildungen im Bereich Bau, als Blickfang. Hergestellt wurden sie im Vorfabrikationsverfahren in einer Halle, nun werten sie den Aussenraum auf.

Ein Selfie vor passender Kulisse: Das machen die neuen Betonbuchstaben auf dem CAMPUS SURSEE möglich.

Viele Karrieren in der Baubranche beginnen am Campus Sursee – darunter diejenigen der Betonwerkerinnen und Betonwerker, die in der Vorfabrikation tätig sind. Dass dem Baumaterial Beton in dieser Ausbildungsstätte viel Bedeutung zukommt, sieht man seit Kurzem auch am neu erstellten Selfie-Spot mitten im weitläufigen Gelände. Gut sichtbar befinden sich 13 grosse, aus Beton hergestellte Buchstaben bei der Zufahrt in Richtung Hauptgebäude – zusammen bilden sie den Schriftzug «@ CAMPUS SURSEE».

Die Elemente stammen aus der Betonmanufactur der CREABETON AG und sind Sonderanfertigungen, die unter kontrollierten Bedingungen in den Werkhallen des Betriebs erstellt wurden. Jedes der Betonteile ist knapp 70 Zentimeter hoch und 80 Kilogramm schwer. Nach dem Aushärten und Ausschalen wurden die Buchstaben zum Campus transportiert und als Installation zusammengefügt.

Bekannt machen und weiterverbreiten

Wie die Projektverantwortlichen mitteilen, entstand die Idee zum Selfie-Spot, weil auf dem Campus regelmässig Gäste zu Besuch sind. Diese möchten ihr gemeinsames Erlebnis in der Regel mit einem Gruppenfoto festhalten – fürs eigene Archiv, oder um es mit entsprechendem Vermerk auf Social Media zu posten. Zu diesem Zweck stehen nun die Betonbuchstaben bereit. «Wir wollten ein Material, das zu uns passt und das zudem widerstandsfähig ist», erklärt Michelle Hunkeler, Bereichsleiterin Marketing und Kommunikation bei der Stiftung CAMPUS SURSEE, und sie ergänzt: «Da auch bei der nahegelegenen Sportarena viel Sichtbeton verwendet wurde, ist das Material hier besonders passend.»

Das Ziel der Stiftung CAMPUS SURSEE besteht übrigens darin, Menschen innerhalb des Bausektors weiterzubringen. Ein solches Engagement bringt auch positive Auswirkungen auf die Betonbranche und die Vorfertigung mit sich, die am Beispiel des Selfie-Spots auf kreative Weise zu ihrem Auftritt kommen – und in Erinnerung bleiben.

CAMPUS SURSEE – vereinte Kompetenzen

Die 1972 gegründete Stiftung CAMPUS SURSEE vereint mit rund 300 Mitarbeitenden die Bereiche Bildung, Hotellerie und Sport zu einem Ort, der Menschen weiterbringt. Mit dem umfassendsten Ausbildungsangebot in der Schweizer Baubranche, 66 Konferenz- und Seminarräumen, 550 Hotelzimmern, fünf Restaurants und einer Eventhalle für bis zu 1000 Personen ist der Campus ein führender Anbieter für Aus- und Weiterbildung sowie Veranstaltungen und Events. Seit 2019 ergänzt die Sportarena das Angebot als professioneller Trainings- und Wettkampfstandort, der auch dem Breitensport und Privatpersonen aus der Region zur Verfügung steht. 

Tobag Baustein & Element AG

60 Jahre Leidenschaft

Von Pflastersteinen in Saland zur modernen Elementproduktion in Pfungen: Die Tobag Baustein & Element AG feierte ihr 60-jähriges Bestehen im Herbst 2025 mit einem grossen Fest und dankte Kunden, Mitarbeitenden und Partnern.

Tobag-Geschäftsführer Marco L. Giavazzi (rechts) führte mit Moderator Peter Wick durch die feierliche Veranstaltung.

Ein rauschendes Fest inmitten der Produktionshalle: Mit einem stimmungsvollen Apéro, einer langen Tavolata voller Pasta, Pizza und Grilladen sowie Tanz bis tief in die Nacht feierte die Tobag Baustein & Element AG an ihrem 60-Jahre-Jubiläum nicht nur ein erfolgreiches Stück Firmengeschichte, sondern auch die Menschen, die diesen Weg geprägt haben. Die Tobag Baustein & Element AG wurde in den 1960er-Jahren gegründet und produzierte anfänglich vor allem Pflastersteine. Mit dem Aufkommen neuer Bautechnologien verlagerte sich der Schwerpunkt jedoch bald auf den Elementbau. Es entstanden vorgefertigte Treppen, Balkone, Fassadenelemente und vieles mehr. 2023 folgte der grosse Umzug von Saland nach Pfungen, wo die Belegschaft heute doppelt so gross ist wie früher und mit modernster Infrastruktur die gestiegenen Kundenwünsche erfüllt.

Von Besonderem begeistert

Im Gespräch mit TV-Moderator Peter Wick betonte Geschäftsführer Marco L. Giavazzi am Jubiläumsanlass die Werte, welche die Tobag Baustein & Element AG seit 60 Jahren auszeichnen: Verlässlichkeit, Handschlags-Mentalität und die Freude an Herausforderungen. «Wir wollen nicht einfach für Kunden arbeiten, sondern für Freunde – und für Freunde tut man bekanntlich alles», erklärte Marco L. Giavazzi. So entstehen immer wieder aussergewöhnliche Projekte, etwa eine Betonelement-Lounge aus einem Stück, die mit 12,5 Tonnen gerade noch per Kran bewegt werden konnte. «Wenn der Betriebsleiter die Stirn runzelt, lacht mein Herz – dann weiss ich, dass wir wieder etwas Aussergewöhnliches realisieren dürfen», sagt Marco L. Giavazzi schmunzelnd.

Team und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Ein besonderer Dank galt den Mitarbeitenden: «Ihr seid das Herz der Tobag», betonte Marco L. Giavazzi in seiner Ansprache. Mit grosser Kollegialität, Freiheiten und Verantwortung schaffe man ein Umfeld, in dem Selbstständigkeit und Motivation wachsen. «So eine gute Truppe wie heute hatte ich in all den Jahren nicht.»

Auch die Nachhaltigkeit ist bei der Tobag fest in der Unternehmenskultur verankert. Die eigene Mischanlage, der sparsame Einsatz von Schalungsmaterialien und die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern sind zentrale Bausteine. Gleichzeitig investiert die Tobag in die Zukunft: Erstmals wird ein Betonwerker EFZ-Lehrling ausgebildet – eine Rarität in der Deutschschweiz. Zudem schreitet die Digitalisierung weiter voran, von der Offerte bis zur 3D-Planung und Abrechnung.

Dank an Kunden, Partner und Familien

In bewegenden Schlussrede dankte Marco L. Giavazzi den Kunden und Lieferanten, die für Tobag längst mehr als Geschäftspartner seien: «Viele von euch sind zu Freunden geworden.» Ebenso würdigte er die Familien der Mitarbeitenden, die im Hintergrund den notwendigen Rückhalt geben – und ganz persönlich seine Frau Christine. Mit Blick nach vorn kündigte Marco L. Giavazzi zudem an, das Portfolio insbesondere im Fassadenbau und bei geschliffenen Stufen zu erweitern. «Uns wird es in Zukunft sicher nicht langweilig werden», schloss er mit einem Lächeln.

Nützliches Online-Tool

Rechner ermittelt Ökobilanz

Die Auswirkungen von Baumaterialien wie Beton lassen sich mittels Umweltproduktdeklaration (EPD) offenlegen und vergleichen. Ein Ökobilanz-Rechner, der seit Kurzem bei Baustoff Kreislauf Schweiz online verfügbar ist, unterstützt die Fachleute bei diesem Prozess. Dies, indem er ihnen nützliche Anhaltspunkte vermittelt.

Effizient und einfach: Der neue Ökobilanz-Rechner von Baustoff Kreislauf Schweiz.

Das Thema Umweltproduktdeklaration (EPD) bewegt die Baubranche seit einiger Zeit. Angestrebt wird ein standardisiertes Dokument, das die quantifizierten und verifizierten Umweltauswirkungen eines Baustoffs umfassend und über seinen gesamten Lebenszyklus angibt. Dadurch wird es möglich, Produkte mit gleicher Funktion hinsichtlich ihrer ökologischen Performance zu vergleichen – dies im Sinne der Nachhaltigkeit. Nun hat der Verband Baustoff Kreislauf Schweiz online einen Ökobilanz-Rechner aufgeschaltet, der spezifisch auf Betonprodukte angepasst ist. Dieser dient als Orientierungshilfe und kann sowohl mit als auch ohne Registrierung genutzt werden.

Rechner ist von SÜGB verifiziert

Baustoff Kreislauf Schweiz stellt unabhängig verifizierte Durchschnitts-EPD für die gängigsten Produkte zur Verfügung. Dies sind solche für die Betonsorten A bis G und P1, P2 und Gesteinskörnungen nach SN EN 206. Fürs Erstellen der Ökobilanzen werden Faktoren wie CO₂-Emissionen, Energieverbrauch und weitere Parameter einbezogen. Der Anbieter hat sein neues Tool durch den Schweizerischen Überwachungsverband für Gesteinsbaustoffe (SÜGB) verifizieren lassen. Nun kann der Rechner die Fachpersonen dabei unterstützen, im Rahmen ihrer Bauprojekte eigene Werte für die EPD zu ermitteln und zu optimieren.

Anhaltspunkte einfach ermitteln

Die Verantwortlichen von Baustoff Kreislauf Schweiz weisen darauf hin, dass die Nutzung des Rechners keine offizielle EPD-Erstellung ersetzt, die mit einer unabhängigen Verifizierung verbunden ist. Doch auf Wunsch können die eingegeben Daten beim SÜGB zur Erstellung einer vollständigen EPD und zur Verifizierung eingereicht werden. Weitere Auskünfte zum Ökobilanz-Rechner gibt es bei der Geschäftsstelle von Baustoff Kreislauf Schweiz unter Telefon 031 326 26 26.

Generalversammlung 2025

Wechsel im Präsidium

Die Generalversammlung 2025 von SwissBeton in Baden war geprägt von personellen Veränderungen. Unter anderem gab Ueli Büchi nach sieben Jahren als Leiter des Fachverbands das Präsidium an seinen Nachfolger Christoph Hofer weiter. Zudem kamen fachliche Inputs in Zusammenhang mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage zur Sprache.

Christoph Hofer (links) übernimmt von Ueli Büchi die Leitung des Fachverbands SwissBeton – dazu gehören natürlich auch Glückwünsche und eine Verdankung.

Anlässlich der Generalversammlung vom 22. Mai 2025 trat der bisherige SwissBeton-Präsident Ueli Büchi zurück. Während seiner siebenjährigen Amtszeit war es ihm gelungen, insbesondere in den Bereichen Bildung und Kommunikation bedeutende Entwicklungen zu erzielen, die dem Verband künftig zugute kommen. Ueli Büchi prägte das Team stets mit grosser Ruhe, mit spürbarer Herzlichkeit und beeindruckender Vorbereitung. Seine gesellige und zuvorkommende Art hat viele Türen geöffnet und Brücken gebaut. Nun möchte sich Ueli Büchi vermehrt dem Reisen und kulturellen Projekten widmen.

Ueli Büchis Nachfolger Christoph Hofer ist diplomierter Baumeister und Bauingenieur. Er engagiert sich ausserdem als Verwaltungsratspräsident und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Wyss AG Betonschächte in Signau. Bereits vor seiner Ernennung zum neuen Präsidenten nahm er im Vorstand von SwissBeton Einsitz. Die Reduktion des ökologischen Fussabdrucks ist ihm genauso ein Anliegen wie die Förderung des Nachwuchses in der Branche und attraktive Marktbedingungen für alle Mitglieder von SwissBeton. Neu im Vorstand ist André Bischof von der Element AG in Tafers.

Auch Verabschiedungen waren Teil der Veranstaltung. Stefan Rüegg trat anlässlich der Mitgliederversammlung aus dem Vorstand aus. Nach rund 20 Jahren beendete auch Fritz Lustenberger seine Tätigkeit in den Fachgruppen Bildung und B&Q. Er hat in dieser langen Zeit einen grossen Effort für die Berufslehre Betonwerker/in EFZ geleistet.

Aktuelles auf allen Ebenen

Neben Personellem gehörten fachliche Inputs zur Veranstaltung. Die aktuellen Stände des Projekts EPD und der Branchen-Roadmap zur Dekarbonisierung standen im Zentrum. Die Fachgruppen präsentierten zudem Neues aus ihren Bereichen. Zusätzlich ist eine neue Fachgruppe, bestehend aus Fachspezialisten im Bereich Sichtbeton, in Planung. Das drei- bis vierköpfige Team soll künftig beim CEMSUISSE-Merkblatt über Sichtbeton mitarbeiten und die Interessen der SwissBeton in diesem Umfeld vertreten.

Auch die wirtschaftliche Lage prägte das Geschehen an der Versammlung. Denn die  Betonprodukteindustrie spürt die aktuellen konjunkturellen Unsicherheiten, welche die momentane Situation mit sich bringt. So gingen die Ausstösse der Branche im Vergleich zum Vorjahr in der ersten Hälfte des laufenden Jahres etwas zurück. Dieser Rückgang wird sich, wie der Verband SwissBeton mitteilt, gemäss den aktuellen Prognosen im zweiten Halbjahr 2025 fortsetzen.

Ausblick auf Ausbildung

Ein weiterer Programmpunkt war die Bildung. Im Rahmen der 5-Jahres-Überprüfung zur Grundbildung Betonwerker/in ist eine spezifische Schulung der Berufsbildnerinnen und Berufsbildner in Planung. Eine betriebsübergreifende Ausbildung wird im Rahmen der Schulung thematisiert. Hingewiesen wurde auch auf die Teilnahme an den Berufsmeisterschaften Swiss Skills im kommenden September in Bern. Der Verband SwissBeton spannt hierfür mit dem Schweizerischen Baumeisterverband zusammen. Vorgesehen sind ein gemeinsamer Auftritt in der Bauberufe-Arena und eine Demofläche mit Parcours, um die Lehre als Betonwerker/in und verwandte Tätigkeiten einem möglichst breiten Publikum zu präsentieren.

3D-Druck

Der Weisse Turm ist eröffnet

Nun steht er in voller Pracht da – der Weisse Turm von Mulegns, oder auch «Tor Alva». Nach der Enthüllung wurde der rund 30 Meter hohe, weiss schimmernde Turm am 20. Mai 2025 feierlich eingeweiht. Die Arbeiten für den höchsten 3D-gedruckten Bau der Welt dauerten rund fünf Jahre.

Der Weisse Turm oder auch «Tor Alva» steht im Bündnerischen Dorf Mulegns. Er ist mit 30 Metern Höhe der weltweit höchste Betonbau aus dem 3D-Drucker.

Mit dem «Tor Alva» erhält das Bergdorf Mulegns an der Julierpassroute ein neues architektonisches Wahrzeichen und einen Pionierbau der digitalen Fabrikation. Die Kulturstiftung Nova Fundaziun Origen hat das Projekt als Bauherrin in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich sowie mehreren Bauunternehmen realisiert. Die Einweihung erfolgte durch Bundesrat Guy Parmelin, ETH-Präsident Joël Mesot, Bündner Standespräsidentin Silvia Hofmann und Bündner Regierungsrat Jon Domenic Parolini. An der Feier nahmen auch viele Fachpersonen aus der Baubranche teil.

Bauwerk mit Symbolkraft

Der Weisse Turm von Mulegns birgt einen Kuppelsaal über den Dächern des Dorfes in dem Kunstinstallationen sowie kulturelle Veranstaltungen geplant sind. Äusserlich erinnert der Turm an die Emigrationsgeschichte der Bündner Zuckerbäcker, die einst ganz Europa bereisten und von denen viele in der Region beheimatet waren.

Aufgrund der Komplexität des Projekts kam es während des Baus immer wieder zu Verzögerungen. Inklusive Vorbereitung, Herstellung und Montage dauerten die Arbeiten fünf Jahre. Auch musste der eigentliche 3D-Druckprozess, der ursprünglich vor Ort hätte stattfinden sollen, in die Hallen der ETH verlegt werden. Die einzelnen Betonfertigteile wurden schliesslich per Lkw in das Bündner Bergdorf gebracht.

Ab- und Wiederaufbau möglich

Der «Tor Alva» ist für die Demontage und den Wiederaufbau konzipiert. Die Bauteile sind modular gefertigt, trocken verbunden und vorgespannt. So kann der Weisse Turm – im Sinne des zirkulären Bauens – an einem anderen Ort wieder errichtet werden. Ergänzend kamen für die horizontalen Elemente 3D-gedruckte Schalungen zum Einsatz.

Mit dem Weissen Turms wollen die Projektverantwortlichen unter anderem aufzeigen, wie ein kostengünstiges, flexibles und nachhaltiges Bauen in Zukunft aussehen könnte.

Der Weisse Turm in Zahlen

Struktur:
Vier Geschosse bestehend aus je 8 Doppel- und Vierfachsäulen (32), doppelte Kuppel aus 8 Dreifach- und 8 Einfachsäulen (16), total 48 tragende Säulen mit voll integrierter Bewehrung

3D-Druck:
Rund 2500 Betonschichten à 8 mm Höhe und 25 mm Tiefe, Gesamtdruckzeit: ungefähr 500 Stunden

Elemente:
232 3D-gedruckte Betonelemente, ergänzt durch 104 Betonfertigelemente mit gedruckter Schalung

Dimensionen:
Gesamthöhe 30 Meter (inklusive Sockel), Durchmesser 7 bis 9 Meter

BETONPREIS '25

Beton in Bestform – BETONPREIS ’25

Der von BETONSUISSE ausgeschriebene BETONPREIS zeichnet besondere Architektur- und Ingenieurbauwerke aus, die sich auf besonders überraschende, technisch innovative oder gestalterisch aussergewöhnliche Art mit dem Baustoff Beton auseinandersetzen. Am 12. Juni 2025 findet die Preisverleihung statt. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist ab sofort online möglich.

Die Jury besteht aus Expertinnen und Experten, die sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den eingereichten Projekten für den BETONPREIS '25 befasst haben.

Geht es um die Verleihung des in Fachkreisen längst zur Tradition gewordenen BETONPREISES, stehen folgende Fragen im Zentrum: Welche Tragwerkskonzepte fördern Nachhaltigkeit? Wie lässt sich Beton kreislaufgerecht in den Bauprozess integrieren? Worin bestehen neue, materialspezifische Beiträge? Unter der Leitung von Prof. Dr. Jacqueline Pauli hat eine neunköpfige Jury in den vergangenen Monaten insgesamt 162 Projekte aus den Bereichen Hoch- und Infrastrukturbau bewertet, die zwischen 2020 und 2024 fertiggestellt wurden. An der Preisverleihung im Frühsommer wird sich zeigen, welche Teams eine Auszeichnung für ihre Arbeit erhalten.

Anmeldung zum Anlass ab sofort möglich

Wer an der Preisverleihung dabei sein möchte, kann sich jetzt online anmelden. Die Veranstaltung findet am 12. Juni 2025 im Kunsthaus Zürich statt, Beginn ist um 18 Uhr. Neben den Ehrungen gehört ein Gastreferat zum Programm – das Publikum wird gemäss den Veranstaltern mit dem Thema und der vortragenden Person überrascht. Ein Apéro riche, der zum Austausch und zum Netzwerken einlädt, rundet den feierlichen Abend ab.

Traditionell, renommiert und hochstehend

Seit 1977 setzt der von BETONSUISSE ausgeschriebene Wettbewerb im Vierjahresrhythmus laufend neue Impulse für innovative Lösungen im Betonbau, indem er herausragende Lösungen auszeichnet. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 70’000 CHF dotiert, die sich auf die Kategorien Hochbau, Infrastrukturbau und Sonderpreis verteilen. Die prämierten Projekte aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein beweisen einem breiteren Publikum, dass Beton auch unter ökologischen Gesichtspunkten ein zukunftsfähiger Baustoff sein kann.

Weitere Angaben zum BETONPREIS 25 sind hier zu finden.

CO2-Reduktion in der Betonvorproduktion

Branchen-Roadmap Dekarbonisierung

Die Branche der Hersteller von Betonvorfabrikaten entwickelt eine Lösung zur vollständigen Erfassung und Auswertung ihrer CO₂-Emissionen gemäss den Richtlinien des Greenhouse Gas Protocols. Anhand der Datenerhebung in mehreren Pilotwerken schlägt der Verband SwissBeton zudem Massnahmen vor, damit das langfristige Ziel «Netto-Null» in greifbare Nähe rückt.

Der Fahrplan zur Dekarbonisierung ist ein massgeschneiderter Plan, der auf Grundlage einer CO2-Bilanz ausgearbeitet wird und es den Unternehmen in der Branche ermöglicht, die Dekarbonisierung vorausschauend zu planen. Der erste Schritt besteht darin, eine CO2-Bilanz zu erstellen, die alle direkten und indirekten Emissionen abdeckt. Dazu werden in mehreren Pilotfirmen die Emissionen erfasst, die durch ihre Tätigkeiten sowie in den vor- und nachgelagerten Bereichen ihrer Wertschöpfungskette verursacht werden (siehe unten). Nach einer Analyse der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit schlägt SwissBeton ein Massnahmenpaket für die Branche der Betonvorfabrikanten vor, das der Verband bis Ende 2024 zur Verfügung stellt.

Schneller vorankommen dank Branchenlösung

Die Branchen-Roadmap Dekarbonisierung von SwissBeton zeigt den Unternehmen aus der Branche der Betonvorproduktion typische CO2-Quellen in ihrem Betrieb auf. Zudem schlägt sie vor, wie diese Emissionen reduziert werden können. Die Betonvorfabrikanten profitieren so von einer Branchenlösung und können auf vorhandene Strukturen und Erkenntnisse aufbauen, um zielgerichtete Massnahmen zur Reduktion einzuleiten.

Ermittlung der CO2-Emissionen

In der Pilotphase mit mehreren Werken werden die CO2-Emissionen in drei Bereichen ermittelt (Scope 1-3 gemäss den Richtlinien des Greenhouse Gas Protocols).

  • Bei Scope 1 handelt es sich um Emissionen aus Quellen, die direkt vom Unternehmen verantwortet oder kontrolliert werden.
  • In Scope 2 sind indirekte Emissionen zusammengefasst, zum Beispiel diejenigen aus eingekaufter Energie wie Strom oder Fernwärme.
  • In Scope 3 kommen alle indirekten Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette hinzu, so auch die Förderung und der Transport der Rohstoffe sowie die Herstellung von eingekauften Materialien und Produkten.

 

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